Israel bereitet Ausweisung führender Palästinenser vor

19. Juni 2002, 16:52
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Sicherheitsminister Landau für Sturz der Autonomiebehörde

Jerusalem - Die israelische Regierung bereitet die Ausweisung führender palästinensischer Politiker vor. Das berichtete am Mittwoch der israelische Rundfunk. Präsident Yasser Arafat solle jedoch nicht ins Exil geschickt werden, hieß es. Einen Tag nach dem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Jerusalem, bei dem 19 Israelis und der Attentäter starben, forderte der rechtsgerichtete Polizeiminister Uzi Landau, die gesamte Autonomiebehörde zu stürzen und sämtliche politischen Führer der Palästinenser auszuweisen. Nach Angaben des Rundfunks entschied sich die Regierung gegen die Ausweisung Arafats, nachdem die Geheimdienste vor den dramatischen Konsequenzen einer solchen Maßnahme gewarnt hatten. Welche Politiker nun ausgewiesen werden sollen, war zunächst nicht bekannt.

Die Regierung von Ministerpräsident Ariel Sharon hatte am frühen Mittwochmorgen entschieden, autonome Palästinensergebiete wieder zu besetzen und so lange besetzt zu halten, bis der Terrorismus gegen Israel aufhöre. Noch am Dienstagabend waren starke israelische Panzerverbände in die Stadt Jenin im Norden des Westjordanlandes eingerückt. Am Mittwoch zogen Truppen auch in die Städte Kalkilia und Nablus ein. Bei Razzien sollen mindestens 15 Palästinenser festgenommen worden sein. Die israelische Armee zog sich am Morgen aus dem Zentrum von Nablus zurück und bezog Stellungen in den Außenbezirken der größten Autonomiestadt. (APA/dpa)

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