Ausgezeichnet: Jenny Friedrich-Freksa für "Ein Tag ein Junge"

19. Juni 2002, 11:00
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Deutscher Journalistinnenbund vergab Nachwuchspreis "Mit anderen Worten"

Bonn - Auf seiner 15. Jahrestagung vom 15. - 16. Juni in Bonn hat der Journalistinnenbund zum ersten Mal einen Nachwuchspreis verliehen. Der dieses Jahr für Printmedien ausgelobte Preis "Mit anderen Worten" ging an die 28-jährige Journalistin Jenny Friedrich-Freksa für ihre Glosse "Ein Tag ein Junge", die am 28.2.2000 in "jetzt", der Beilage der Süddeutschen Zeitung erschienen ist. "Lakonisch und mit subtilem Witz setze sich der Text mit Rollenklischees und geschlechtsspezifischem Kommunikationsverhalten auseinander", befand die Jury. Die Autorin zeige an kleinen Details, wie genau sie beobachten kann. "Sie lässt sich tatsächlich auf die gestellte Aufgabe ein: den Rollentausch", heißt es in der Begründung.

Hedwig-Dohm-Urkunde für Ute Bromberger

Die Hedwig-Dohm-Urkunde, mit der das Netzwerk von Medienfrauen jedes Jahr eine herausragende Kollegin für ihr Lebenswerk und ihr frauenpolitisches Engagement ehrt, ging dieses Mal an Ute Bromberger. Die langjährige Redakteurin beim Norddeutschen Rundfunk hatte von 1972 bis 2001 den Frauenfunk des Senders geleitet. Ute Bromberger sei nie müde geworden, "den Blick auf das Alltägliche als ernst zu nehmende politische und journalistische Perspektive zu entwickeln und zu etablieren." Damit habe sie "Lebenswirklichkeiten und Wahrnehmungen von Frauen in der Berichterstattung hiesiger Medien einen Platz erfochten und Gehör verschafft", begründete die Vorsitzende des Journalistinnenbundes, Ulrike Helwerth, die Entscheidung.

"The Old Girls' Network"

Im Vorfeld der Jahrestagung startete der Journalistinnenbund die zweite Runde seines Mentoring-Projektes "The Old Girls' Network". Ein Jahr lang werden 13 Berufsanfängerinnen in den Bereichen Zeitung/Zeitschriften, Buchverlage, Hörfunk und Fernsehen von einer erfahrenen und erfolgreichen Kollegin beraten und begleitet.

"Auf keinem Auge blind" hieß der Titel der diesjährigen Tagung, die sich mit dem Thema "Gender & Diversity im Medienalltag" beschäftigte. Der Hintergrund: Zwar sind immer mehr Frauen - weltweit, aber auch in Deutschland - an der Produktion und Präsentation von Informationen in den elektronischen und Printmedien beteiligt, doch bleibt die Berichterstattung über Frauen immer noch alten Stereotypen verhaftet, stellt sie nicht angemessen dar. Medien- und Kommunikationsfachfrauen diskutierten darüber, wie sich spezifische Unterrichtseinheiten zu diesem Thema in die journalistische Aus- und Weiterbildung integrieren lassen, um MedienmacherInnen in ihrem Berufsalltag für eine geschlechtergerechte, demokratische Berichterstattung zu sensibilisieren und zu motivieren. Ziel müsse es sein, so das Fazit der Teilnehmerinnen, die Vielfalt von Lebenswirklichkeiten in unserer Gesellschaft angemessen abzubilden. (red)

Weitere Informationen:
journalistinnen.de
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  • Ute Bromberger
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