Sallmutter weist Gerüchte um Putsch gegen Verzetnitsch zurück

19. Juni 2002, 12:46
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GPA-Chef: "Ausfluss der großen Hitze" und bewusstes Störmanöver

Wien (APA) - Gerüchte um einen "Putsch im ÖGB" gegen Präsident Fritz Verzetnitsch werden von GPA-Chef Hans Sallmutter und dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Druck, Journalismus und Papier (DJP), Franz Bittner, entschieden zurück gewiesen. Sallmutter erklärte auf Anfrage der APA, er habe diese Gerüchte auch erst heute aus der Zeitung erfahren, "das ist ein Ausfluss der großen Hitze". Offenbar werde "bewusst ein Störmanöver inszeniert, um den ÖGB zu schwächen". Bittner erklärte am Rande einer Pressekonferenz, es handle sich um einen "absoluten Blödsinn", "da hört jemand das Gras wachsen".

Im "WirtschaftsBlatt" hieß es, dass sich im ÖGB eine Revolte gegen Verzetnitsch zusammen braue. Seine Ablöse stünde unmittelbar bevor. Derartige Gerüchte hätten sich in den vergangenen Tagen verdichtet, würden aus Regierungskreisen verstärkt und aus Gewerkschaftskreisen nicht wirklich dementiert, so der Bericht. Vor allem zwischen dem Chef der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Sallmutter, und Verzetnisch werde ein neuer Richtungsstreit vermutet, wie der ÖGB gegenüber der Regierung auftreten solle. Sallmutter vertrete wie Bittner die kämpferische Linie, Verzetnitsch versuche dagegen an der bisherigen Sozialpartnerschaft fest zu halten.

Sallmutter erklärte dazu, Verzetnitsch sei unbestritten. "Es gibt überhaupt keinen aktuellen Anlass". Vielmehr gebe es eine viel engere Kooperation der Gewerkschaftschefs, "da verschwendet niemand eine Sekunde Zeit für eine interne Diskussion oder gar eine Personaldiskussion". Die Funktion und Person von Verzetnitsch seien "nie in Frage gestellt". Es sei aber bekannt, dass es manchmal sachlich unterschiedliche Positionen gebe.

Darauf angesprochen, ob er eine kämpferischere Linie als Verzetnitsch im ÖGB haben wolle, sagte Sallmutter: "Wie ich bestimmte politische Fragen sehe, ist bekannt. Manche sind nicht ganz glücklich mit meinen Positionierungen. Ich habe aber immer die hundertprozentige Rückendeckung in der GPA. Das ist aber in jeder Großorganisation so, dass es Leute gibt, die einen Stil pflegen, andere einen anderen. Aus dem lässt sich nichts ableiten." (APA)

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