Noch immer in der Abschwungphase

19. Juni 2002, 09:17
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Oracle erwartet Rückgang bei Gewinn und Umsatz im Quartal - Prognosen aber übertroffen

New York - Der zweitgrößte Softwarehersteller der Welt, Oracle, erwartet für das laufende Quartal angesichts der anhaltenden Nachfrageschwäche einen erneuten Rückgang beim Gewinn und im Umsatz mit Software. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende August werde der Gewinn je Aktie auf 0,07 von 0,09 Dollar im Vorjahreszeitraum zurückgehen, sagte Finanzchef Jeff Henley am Dienstag. Zuvor hatte der Konzern für das abgelaufene Quartal wie von Experten erwartet einen Gewinn je Aktie von 0,12 Dollar gemeldet.

Beim Umsatz mit neuen Softwarelizenzen rechnet Henley im Jahresvergleich mit einem Minus um 15 bis 25 Prozent. Ein Rückgang im oberen Bereich dieser Spanne könne den erwarteten Gewinn für die laufende Drei-Monats-Periode sogar noch weiter bis auf 0,06 Dollar drücken, sagte der Finanzchef weiter. "Unsere Annahme ist, dass sich die US-Wirtschaft weiter erholen wird, zumindest schrittweise. Doch bei den Technologie-Ausgaben werden wir wahrscheinlich in den nächsten sechs Monaten noch keine Zeichen der Besserung sehen", fügte er hinzu.

Kein Stellenabbau

Derzeit gebe es bei Oracle aber keine Pläne für einen bedeutenden Stellenabbau, sagte Henley. Sollten sich die Annahmen über die weitere Konjunkturentwicklung allerdings als zu optimistisch herausstellen, müsse auch darüber neu nachgedacht werden. Oracle-Aktien, die nachbörslich zunächst kräftig angezogen waren, reagierten auf den verhaltenen Ausblick mit Kursverlusten, lagen aber immer noch knapp über ihrem Schlusskurs an der Nasdaq von 8,98 Dollar.

Das Nettoergebnis ging in der am 31. Mai beendeten Berichtsperiode auf 655,9 Millionen Dollar oder 12 Cent je Aktie zurück nach 854,9 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel um 16 Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar von 3,29 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Er lag jedoch über Analystenprognosen.

Oracle befindet sich seit mehr als einem Jahr im Abschwung, weil Unternehmen wegen des schwachen Wirtschaftswachstums ihre Softwareausgaben zurückgeschraubt haben. "Die Tatsache, dass die Konsensprognose überschritten wurde, zeigt zumindest, dass sich das Geschäft stabilisiert hat", sagte Kevin Dennean, der den TechnoGAN Fund managt. (APA/Reuters)

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