GmbH-Lösung für Grazer Bühnen

19. Juni 2002, 13:31
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Neukonstruktion ab 2004

Graz - Dem Theaterausschuss von "Theater, Graz" wurden am Mittwoch die Pläne zur Umstrukturierung vorgelegt, die tags zuvor in einem politischen Gremium aus Stadt- und Landpolitikern erzielt ausverhandelt worden waren. Künftig sollen Oper und Schauspielhaus samt Nebenspielstätten als GmbH geführt werden.

Der Theaterausschuss habe die Pläne als "großen Schritt nach vorne" angesehen, so der Leiter der steirischen Landeskulturabteilung, Manfred Glawogger. Die Neustrukturierung garantiere "ein ruhiges Arbeiten während der nächsten Jahre", außerdem seien damit die rund 600 Arbeitsplätze im Gesamtbetrieb von "Theater, Graz" gesichert.

Für die kommenden beiden Saisonen bleibt noch das derzeitige Übereinkommen in Kraft, ab 2004/2005 sollen die Reformpläne mit einem Fünf-Jahres Finanzierungsvertrag wirksam werden.

Gesellschaft mit Service-Tochter

Kulturlandesrat Gerhard Hirschmann (V) kündigte einen diesbezüglichen Regierungsbeschluss frühestens im Herbst an. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Spielsaisonen 2002/2003 und 2003/2004 wie bisher laufen und auch nach dem bestehenden Schlüssel - 55 Prozent vom Land, 45 Prozent von der Stadt - finanziert werden. Dazu kommen noch Gehaltsabschlüsse und allfällige Investitionskosten, in summa rund 30 Mill. Euro. Der Betrag soll jährlich um den Verbraucherpreisindex gesteigert werden.

Die GesmbH wird alle Sparten des Bühnenbetriebs, nämlich Oper, Schauspielhaus und Next Liberty, umfassen und könnte - so der Grazer Bürgermeister und Theaterausschuss-Vorsitzender Alfred Stingl (S) - möglicherweise noch um eine Service-Tochter ergänzt werden. Dem Vorschlag der Beratungsfirma Infora, vier GesmbHs und eine Holding zu schaffen, sei man aus Gründen möglichst schlanker Strukturen nicht näher getreten.

Die so genannten Altlasten wie Verträge und Abfertigungen sollen in einem Sondergespräch geregelt werden. Stingl bezeichnete das Ergebnis als "Optimum für die Häuser, das Ensemble und die Leitung", Hirschmann meinte, das Ergebnis entspräche seinen Wunschvorstellungen. (APA)

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