Priesterinnenweihe: Kandidatin springt ab

18. Juni 2002, 20:27
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Angeblich aufgrund eines Appells des Linzer Diözesanbischofs

Linz - Die pensionierte Religionslehrerin Viktoria Sperrer wird sich nach Angaben des "Neuen Volksblatt" Ende Juni doch nicht zur Priesterin weihen lassen. Damit habe der Appell des Linzer Diözesanbischofs Maximilian Aichern gegen die Frauenweihe Gehör gefunden, heißt es in dem Bericht.

Der Vorchdorfer Pfarrer Ernest Bamminger erklärte, Sperrer habe ihm vorigen Samstag mitgeteilt, "dass sie es doch nicht machen wird". Seiner Pfarrgemeinde habe Bamminger die frohe Botschaft schon in der Sonntagsmesse überbracht, allerdings "verschlüsselt". Er habe erklärt, dass Vorchdorf von der Angelegenheit nicht betroffen sei.

Am 9. Mai ist es bereits zu einer "illegalen" Bischöfinnenweihe von Frauen gekommen. Die Sprecherin der "Initiative Gleichberechtigung der Frau in der römisch-katholischen Kirche", Christine Mayr-Lumetzberger, hält ungeachtet der zunehmenden Kritik auch von KatholikInnen, die im Prinzip für die Frauenordination sind, an ihrem umstrittenen Unterfangen fest. Sie rechnet sogar noch mit der abgesprungenen Kandidatin. "Frau Sperrer hat alle Optionen offen, sie kann sich noch anders entscheiden". Die Vorbereitungen zur Priesterinnenweihe am 29. Juni würden plangemäß laufen. Der Ort wird geheim gehalten.

Die offizielle katholische Kirche hat sowohl die Bischofsweihe als auch die Weihe von Priesterinnen als unerlaubt abgelehnt. Zur Prüfung der Gültigkeit der Bischofsweihe hat die Diözese Linz den Fall bereits an Rom weitergeleitet. (APA)

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