EU-Kommission fordert Regulierung von Mobilfunkgebühren

18. Juni 2002, 19:57
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Roaming und Zugang zu Ortsnetzen soll von nationalen Behörden geprüft werden

Die Europäische Kommission fordert die EU-Mitgliedsländer zur Regulierung von Mobilfunkgebühren in bestimmten Bereichen auf. In ihren am Dienstag veröffentlichten Richtlinienentwurf für die Telekom-Regulierer der EU-Staaten appellierte die Kommission an die nationalen Behörden, das so genannte Roaming und den Zugang zu Ortsnetzen zu prüfen.

Bei Auslandsaufenthalten

Roaming-Gebühren fallen insbesondere bei Auslandsaufenthalten an, bei denen der Handy-Nutzer Gespräche nicht über seinen eigentlichen Netzbetreiber, sondern ein anderes Netz führt. Ziel der Kommission ist es, dass die Kosten für die Endkunden sinken. Sie verwies in ihrem Entwurf etwa auf die Gebühren, die beim Telefonieren von Festnetzen in Mobilfunknetze anfallen und die den Endkunden häufig gar nicht bewusst sind.

Wettbewerb oder nicht

"Auf Grundlage dieser Marktanalyse werden die nationalen Regulierungsbehörden entscheiden, ob in diesen Märkten tatsächlich Wettbewerb herrscht oder nicht, und entsprechend Regulierungsauflagen festlegen, ergänzen oder zurücknehmen", heißt es in dem Entwurf. Die darin aufgeführten Richtlinien halten sich eng an eine Liste, die die für Telekommunikation zuständigen EU-Minister im vergangenen Jahr gebilligt hatten.

Die Richtlinien sollen nun einen Monat lang mit der Branche und den Regulierungsbehörden diskutiert und bis Ende 2004 überprüft werden. Sie sollen den nationalen Regulierungsbehörden als Orientierungshilfe dienen. Diese entscheiden letztlich über etwaige Auflagen für die Telekom-Anbieter. (APA/AP)

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