Sparprogramm für die "FAZ": Kündigungen "im unteren dreistelligen Bereich"

18. Juni 2002, 21:20
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Aus für die Berliner Seiten

Die Krise in der Zeitungsbranche trifft nun auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die Geschäftsführung kündigte am Dienstag betriebsbedingte Kündigungen "im unteren dreistelligen Bereich" in der gesamten "FAZ"-Gruppe an. Der Abbau der Arbeitsplätze solle in diesem und im nächsten Jahr erfolgen. Zudem wird mit den Berliner Seiten eines der Prestigeprojekte der Zeitung beendet. Die Beilage werde ab dem 1. Juli nicht mehr erscheinen, bestätigte Herausgeber-Sprecher Dieter Eckart am Dienstag.

Nicht genug Reseven um Unabhängikeit zu sichern

Zwar habe die "FAZ" in den vergangenen drei Rekordjahren und den Jahren zuvor "ansehnliche Reserven" sammeln können, erklärte der Vorsitzende der "FAZ"-Geschäftsführung, Jochen Becker. Diese reichten aber nicht aus, um langfristig die "Unabhängigkeit der Zeitung zu sichern". Nötig sei daher ein rigoroses Sparprogramm. Neben der Schließung der Berliner Seiten und den Kündigungen seien noch "weitere Einzelmaßnahmen geplant", kündigte Becker an. Alles müsse auf den Prüfstand. Genauere Angaben machte er aber nicht.

Die Umsatzerlöse der "FAZ"-Gruppe waren im vergangenen Jahr nach Angaben des Verlags um 22,5 Prozent auf 416 Mill. Euro eingebrochen. Nach einem Jahresüberschuss von 33 Mill. Euro im Jahr 2000 habe sich ein Jahresfehlbetrag von 27 Mill. Euro ergeben. Auch im laufenden Jahr habe sich die Lage nicht gebessert. Für 2003 seien die "Aussichten ebenfalls verhangen". (APA/AFP)

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