Hausverstand im Test

18. Juni 2002, 19:44
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Pisa-Bildungsvergleich wird ausgeweitet

Salzburg - Deutschland wartet mit Spannung auf die Veröffentlichung des Ländervergleichs der Pisa-Bildungsstudie Ende des Monats. Erste Informationen sorgen für Aufregung, Österreich hat auf diese Untersuchung verzichtet.

"Das Bildungsministerium war an einem derartigen Vergleich nicht interessiert", erklärt Claudia Reiter, Direktorin des österreichischen Pisa-Projektzentrums in Salzburg, im Gespräch mit dem STANDARD. Das sei allerdings auch leicht zu begründen: In Österreich gebe es in den einzelnen Bundesländern keine so unterschiedlichen Schulformen wie in Deutschland.

Derzeit arbeite man, so Reiter, an den Vorbereitungen für den Pisa-Bildungsvergleich 2003, der im Mai gestartet werden soll. Die OECD testet weltweit 250.000 Schüler und Schülerinnen.

Zwar werden auch dieses Mal Lesekenntnisse und Naturwissenschaften abgefragt, Hauptschwerpunkt soll aber Mathematik sein. Neu dazukommen wird eine vierte Testdomäne, bei der auch ein "bisschen der Hausverstand gefordert wird", sagt Reiter: Der Bereich "allgemeine Problemlösung". Die Ergebnisse der neuen Studie sollen dann Ende 2004 vorliegen.

Bei der letzten Pisa-Untersuchung, die 2001 präsentiert wurde, hat Österreich - im Gegensatz zu Deutschland - gut abgeschnitten: Beim damaligen Testschwerpunkt Lesekompetenz sowie bei den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fertigkeiten rangierte Österreich unter 31 Ländern im obersten Drittel. Testsieger war damals bei der Lesekompetenz Finnland. Deutschland lag unter dem OECD-Durchschnitt. (pm/DER STANDARD, Printausgabe, 19.6.2002)

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