Sparchip schafft Durchbruch

18. Juni 2002, 19:17
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Transmeta gewinnt Hewlett Packard und Fujitsu als Anwender für Crusoe-Chip

Mit zwei großen Herstellern ist es dem jungen Chiphersteller Transmeta gelungen, einen wichtigen Durchbruch für seinen stromsparenden Crusoe-Prozessor zu erzielen. Innerhalb weniger Tage gaben Hewlett Packard und Fujitsu bekannt, dass sie den Crusoe-Prozessor für neue PC-Generationen einsetzen werden.

1995 von Dave Ditzel gegründet

Transmeta wurde 1995 von Dave Ditzel gegründet, einem Chipbauer bei Sun Microsystems. Transmeta spezialisierte sich auf die Entwicklung eines "Sparchips", der nach Firmenangaben mit einem Zehntel der Energie der dominierenden Intel-Prozessoren auskommen soll. Dies ist für mobile Geräten von wachsender Bedeutung.

"Reif für die Insel"

2000 stellte Transmeta den Crusoe vor, dem "Chip reif für die Insel". Der Transmeta Crusoe beruht auf Software, die das Verhalten eines Intel-Prozessors nachahmt und ihn damit - kommerziell am wichtigsten - für das Windows-Betriebssystem kompatibel macht. Prominenter Autor dieser Software ist Linus Torvalds (Bild), Entwickler des Linux-Betriebssystems.

Vereinzelt

Erste Serienprodukte des Chips tauchten bisher nur vereinzelt auf und erreichten auch nicht immer die vorgesehene Rechenleistung oder Stromersparnis. Ebenso wichtig für mobile Geräte ist die geringere Hitzeentwicklung des Prozessors. Allerdings ist der Chip nur ein Stromfresser bei mobilen Geräten; vor allem Displays sind eine wesentliche Belastung. Zu den bisherigen Anwendern gehört das PictureBook von Sony, ein kleines Notebook mit integrierter Kamera.

TabletPCs statt Notebooks

Die jetzigen Abnehmer versprechen darum einen wichtigen Schritt für das seit 2000 an der Börse gehandelte Unternehmen. HP will mit dem Transmeta Crusoe seine ersten TabletPCs auf den Markt bringen, die das Potenzial haben, Notebooks in vielen Bereichen abzulösen. Fujitsu bestückt mit dem Crusoe TM 5800 seine jüngste Generation des LifeBook, ein sehr leichter und kleiner Notebook.

Auch andere Entwicklungen sind in Sicht. So präsentierte, wie der STANDARD berichtete, das kleine Startup OQO im April einen Taschen-PC, der etwas dicker als ein Organizer ist, aber durch Verwendung des Crusoe-Prozessor die Leistung eines "richtigen" PC haben soll. Das Gerät kann mit einem kleine Display für sich verwendet werden, oder das persönliche Herz eines größeren Systems sein. (Helmut Spudich, Der STANDARD, Printausgabe, 19. Juni 2002)

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