UNO-Polizei nimmt vier Albaner wegen Verbrechen nach dem Krieg fest

18. Juni 2002, 18:40
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Ex-UCK-Militante sollen Kosovo-Albaner misshandelt haben

Pristina - Die UNO-Polizei im Kosovo hat vier Albaner aus den Reihen des Kosovo-Schutzkorps (TMK) wegen nach Kriegsende verübter Verbrechen festgenommen. Ein fünfter Mann sei am Dienstag wegen illegalen Waffenbesitzes gefasst worden, teilte die UNO-Mission UNMIK in Pristina. "Die Taten wurden in mehreren Gebieten des Kosovo begangenen und umfassen ungesetzliche Festnahmen und schwere Angriffe. Alle Opfer waren Kosovo-Albaner, und die meisten der Opfer blieben verschollen", teilte UNMIK-Sprecherin Susan Manuel mit.

Die vier Verdächtigen seien auf Anforderung eines internationalen Staatsanwalts festgenommen worden, teilte die UNMIK mit. Es habe vorher umfangreiche Untersuchungen gegeben. Der Einsatz zeige, dass niemand im Kosovo über dem Gesetz stehe. Mehrere der Männer gehörten dem Kosovo-Schutzkorps an, der Nachfolgeorganisation der kosovo-albanischen UCK-Milizen. Zwei Festgenommene seien später freigelassen worden, teilte das TMK in Pristina mit.

Eine Spezialeinheit der internationalen Polizei im Kosovo hatte bereits vor Monaten zwei Albaner aus den Reihen der früheren UCK-Miliz wegen Kriegsverbrechen festgenommen. Die Männer seien beschuldigt, in der Provinz im Süden Jugoslawiens Zivilisten umgebracht zu haben haben, teilte die UNO-Polizei in Pristina damals mit. Die Festnahme führte zu gewaltsamen Protesten. (APA/dpa)

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