Abgänge von "Format"

18. Juni 2002, 18:23
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Ressortchefs sagen Adieu - Innenpolitik betroffen

Beim auf Freitag verlegten Nachrichtenmagazin der Verlagsgruppe News mehren sich die freiwilligen Abgänge. Trotz mehr als angespannter Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Gleich zwei Ressortchefs kehren Format den Rücken: Robert Misik, der bisher die Außenpolitik leitete, und Klaus Dutzler, der erst vor wenigen Wochen die Innenpolitik übernahm, als deren Leiter Andreas Weber zum Chefredakteur avancierte.

"Nach vier Jahren in der Mühle der administrativen Ressortleitung" will Misik "mehr schreiben". Er liefert nun als freier Autor der Berliner tageszeitung, den Frankfurter Heften, der Frankfurter Rundschau Texte, weiters zwei noch ungenannten heimischen Titeln. Dutzler spricht ebenfalls noch kryptisch von einer "interessanten neuen Aufgabe" jenseits der News-Gruppe, "auch keine Tageszeitung". Seine Kündigungsfrist dürfte ihn noch drei Monate bei Format halten. Ebenfalls gekündigt hat Innenpolitikredakteurin Petra Stuiber, Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Barbara Tóth indes dürfte nach einem Praktikum bei der Frankfurter Allgemeinen Ende Juli in die Innenpolitikredaktion zurückkehren.

"Gemeinsame Gründe"

Format-Herausgeber Herbert Langsner bestätigt "einige im Gespräch befindliche Abgänge", die "zum Teil gemeinsame Gründe", zum Teil "individuelle Gründe" hätten. Durch den Relaunch des Magazins und den Abgang von Christian Ortner als Mitherausgeber habe es "sicher einige Umstrukturierungen" gegeben, die zu den Abgängen beitrugen. Eine Boulevardisierung oder Popularisierung von Format im Zuge des Relaunches "sehe ich nicht", erklärt Langsner dem STANDARD.

Format-Wirtschaftsredakteur Reinhard Christl, dessen Abgang oder Verabschiedung ebenfalls kolportiert wird, erklärt auf Anfrage dazu: "Wenn aus der Zeitung ein zweites News werden sollte, dann gehe ich."

Auch die inzwischen im selben Konzern gelandete Schwester profil verliert gerade Mitarbeiter: Adelheid Wölfl und Dagmar Schwelle sagen Adieu, beide Richtung Studium. "Wenn man geht, kann man sich vorstellen, dass es etwas Besseres gibt", sagt Schwelle, die Vancouver zum Fotografiestudium ansteuert. Was sich aber vor allem auf Österreichs Innenpolitik beziehe. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 19.6.2002)

Von Harald Fidler
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