Zeman: Ich würde "einfärbige Regierung" bilden

18. Juni 2002, 18:25
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Scheidender Premier spricht sich gegen Bündnis mit liberaler "Koalition" aus

Prag - Der scheidende tschechische Ministerpräsident Milos Zeman hat sich gegen eine Koalition seiner Sozialdemokraten (CSSD) mit der liberalen "Koalition" ausgesprochen. "Ich würde eine einfärbige sozialdemokratische Regierung bilden", sagte Zeman nach Angaben der Prager Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" (Dienstagsausgabe) bei einer Podiumsdiskussion am Montag, meldet die tschechische Nachrichtenagentur CTK am Dienstag. Zemans Nachfolger als CSSD-Chef, Vladimir Spidla, strebt eine Regierung mit der "Koalition" aus Christdemokraten (KDU-CSL) und Freiheitsunion an und nimmt am Dienstagabend erste Sondierungsgespräche auf.

"Wenn Spidla den Charakter der Freiheitsunion und der Christdemokraten kennenlernt, wird er erfahren, dass eine Regierungskoalition mit ihnen ein Danaer-Geschenk für die Sozialdemokratie ist", sagte Zeman nach Angaben der Zeitung. Der tschechische Ministerpräsident hat bereits vor den Parlamentswahlen seinen Rückzug aus der Politik angekündigt.

Eine solche sozial-liberale Regierung hätte allerdings im tschechischen Parlament nur eine hauchdünne Mehrheit (101 von 200 Abgeordneten). Spidla hat sich auch gegen eine Neuauflage des "Oppositionsvertrags" gewandt, den Zeman in der vergangenen Legislaturperiode mit der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) von Vaclav Klaus geschlossen hatte, ebenso wie eine Koalition mit den Kommunisten (KSCM), die bei den Wahlen am Wochenende deutlich zulegen konnten. (APA)

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