H5B5 beantragt Insolvenz beim Amtsgericht München

18. Juni 2002, 18:19
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Gesunde Tochterunternehmen nicht betroffen

Der defizitäre Fernseh- und Filmdokumentations-Produzent H5B5 hat nach eigenen Angaben beim Amtsgericht München Insolvenz beantragt. Auf Grund aktueller Entwicklungen, unter anderem der Zahlungsunfähigkeit der RTV Family Entertainment und der weiter anhaltenden Schwäche am Medienmarkt könne H5B5 den kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen.

Nicht vom Insolvenzantrag betroffen seien gesunde Tochterunternehmen, insbesondere der Kerngeschäftsbereich Welt der Wunder GmbH nebst dem Bereich Grafikdienstleistungen, teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die ehemals am Neuen Markt gelistete Aktie wurde im Vorfeld der Mitteilung vom Handel ausgesetzt und legte kurz nach Wiederaufnahme 50 Prozent auf 0,3 Euro zu.

Auftragsproduktion gescheitert

Eine bereits begonnene Auftragsproduktion über rund 3,9 Millionen Euro von der United Stardust AG (USD) sei aktuell gescheitert, teilte die Firma weiter mit. Die Investoren hätten ihre Finazierungszusage gegenüber der USD zurückgezogen. Bei der Produktion habe es sich um eine 26-teilige computeranimierte Kinderserie gehandelt. Gegen die USD würden eine Klage und ein Insolvenzantrag vorbereitet.

Eine laufende Produktion für RTV sei wegen der aktuellen Schwierigkeiten der Firma ebenfalls ins Stocken geraten, da der vereinbarte Zahlungsfluss seitens RTV nicht eingehalten werden konnte, teilte H5B5 weiter mit. Das Münchener Medienunternehmen RTV teilte am Montag nach Börsenschluss mit, dass die Zahlungsunfähigkeit eingetreten sei.

Ende April hatte H5B5 mitgeteilt, mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt zu haben, sich aber nicht in seiner Existenz bedroht zu fühlen. H5B5 halte weiter an seinem Ziel fest, in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. (APA/Reuters)

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