Koffeininjektion in Oberschenkel kann Leben retten

18. Juni 2002, 17:36
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Informationen über Verträglichkeit von Narkosemitteln

Würzburg - Nach Erkenntnissen von Wissenschaftern der Universität Würzburg kann eine Koffeininjektion im Oberschenkel lebensrettende Informationen liefern. Damit lasse sich feststellen, ob ein Patient Narkosemittel gut vertrage, teilte die Universität mit. Narkosemittel könnten in seltenen Fällen eine lebensgefährliche Reaktion auslösen. Derzeit sei eine Gewebeentnahme aus dem Muskel nötig, um gefährdete Patienten zu erkennen, hieß es.

Zwar seien auch genetische Untersuchungen möglich, doch würden hiermit nur 20 bis 40 Prozent der Betroffenen erfasst, hieß es in einer Mitteilung der Hochschule. Die Patienten litten unter der so genannten Maligne Hyperthermie, einer lebensgefährlichen Erkrankung mit Muskelsteife, unkontrollierter Stoffwechselsteigerung und Fieber.

Mediziner der Universität Würzburg fanden den Angaben zufolge in einem Versuch heraus, dass bei einer Injektion von Koffein nur bei Personen mit dieser Veranlagung bestimmte Anzeichen für eine Unverträglichkeit auftraten. Nun müsse die Genauigkeit des Verfahrens mit einer höheren Anzahl von Testpersonen bestimmt werden, sagte einer der Leiter der Forschungsgruppe, Martin Anetseder. (APA)

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