KPNQwest kurz vor Abschaltung

18. Juni 2002, 14:27
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Österreichisches Netz nicht betroffen

Wien - Das internationale Netz des insolventen niederländischen Telekomkonzerns KPNQwest droht bereits Dienstagabend gekappt zu werden. Da ein Gläubiger auf rasche Zahlungen dränge, könnte das Netz möglicherweise noch am Dienstag abgeschaltet werden, meldete die Nachrichtenagentur vwd unter Berufung auf unternehmensnahen Kreise. Einer der großen Zulieferer, Alcatel, habe bis zu diesem Zeitpunkt 15 Mill. Euro gefordert. Damit sei auch der jüngst vereinbarte Weiterbetrieb der Datenleitungen bis Ende des Monats wieder gefährdet.

Das Netz der ebenfalls insolventen Österreichtochter von KPNQwest wäre von einer internationalen Netzabschaltung allerdings nicht betroffen. Die KPNQwest Austria betreibe ihr Netz eigenständig vom Konzern, betonte Masseverwalter Christof Stapf am Dienstag gegenüber der APA.

Verkauf geplant

Ziel des Masseverwalters ist ein Verkauf der Österreichtochter. Die Telekom Austria hat - gegen entsprechende Gebührenzahlungen aus der vorhandenen liquiden Masse - zugesagt, den österreichischen Betrieb bis zum endgültigen Verkauf aufrecht zu erhalten.

Die Angebotsfrist für die KPNQwest Austria endet bereits am Montag. Von ursprünglich sechs Interessenten werden voraussichtlich vier Angebote legen. Drei Angebote seien bereits eingelangt, ein weiteres werde erwartet. Klaren Favoriten gebe es aber

Ernsthafte Bieter

Bei den Interessenten für das insolvente Unternehmen handelt es sich laut Masseverwalter sowohl um Einzelfirmen als auch um Konsortien aus dem In- und Ausland. Ende dieser Woche soll bereits der Zuschlag erfolgen.

Auch bei den Verhandlungen über den internationalen KPNQwest-Konzern gibt soll es inzwischen zwei Konsortien geben, die einen Großteil der Anlagen aufkaufen wollten. "Sie haben zwei ernsthafte Bieter für das ganze Netz, ohne Zentraleuropa, und sie haben immer noch mindestens 30 weitere Interessenten für Teile des Netzes", hieß es. Nach früheren Angaben aus Kreisen könnten die britische Colt, Cable & Wireless, die Deutsche Telekom und der US-Konzern AT&T unter den Bietern sein. (APA)

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