Kulturchef wirft das Handtuch

19. Juni 2002, 19:55
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Haider-Mitarbeiterin Erika Napetschnig "provisorisch" bestellt

Klagenfurt - Franz Arnold verzichtet "freiwillig" auf die Leitung der Kulturabteilung des Landes Kärnten. Man habe sich "einvernehmlich geeinigt", gab Landeshauptmann und Kulturreferent Jörg Haider am Dienstag bekannt. Damit ist der Weg für Erika Napetschnig, Haiders Büromitarbeiterin und erklärte Favoritin für diesen Job, frei. Sie war aus einer Objektivierung als Erstgereihte hervorgegangen.

SPÖ und ÖVP vermuteten ein "maßgeschneidertes Verfahren" und bestellten statt dessen Arnold, Kurzzeit-Kabinettschef von Exministerin Elisabeth Sickl, sowie FP-Vizebürgermeister von Maria Wörth zum Kärntner Kulturchef. Napetschnig berief, der Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) hob die Bestellung Arnolds wegen eines Formalfehlers wieder auf. Napetschnig wird jedoch vorerst nur "provisorische" Kulturamtsleiterin sein, denn für die definitive Bestellung braucht es wieder einen Regierungsbeschluss.

Von Anfang an gab es Druck auf Franz Arnold, seine Position zu räumen. Doch der weigerte sich standhaft. Vorige Woche kam es schließlich zu einem Treffen mit Haider in Pörtschach. Dort soll Arnold - wie aus freiheitlichen Kreisen verlautet - erneut heftig "bearbeitet" worden sein.

Im Gespräch mit dem STANDARD bestätigte Arnold das Treffen und meinte: "Wenn die Frau Napetschnig kommt, möchte ich nicht in der Kulturabteilung bleiben". Er kehrt nun in seine frühere Abteilung (Wasserrecht) zurück. Der "freiwillige" Rückzieher könnte Arnold versüßt werden. Ist er doch im Gespräch für die Position des Landesamtsdirektor-Stellvertreters, die Ende Juni vakant wird. Ob er sich bewerben wird? Arnold: " Darüber zerbreche ich mir derzeit nicht den Kopf". Vorsorglich hat Haider die Ausschreibungsmodalitäten bereits bekannt gegeben: "Damit niemand glaubt, dass da gemogelt wird". (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 19.6.2002)

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