Pühringer sieht bei Landesstudios keine großen "Fettpolster"

18. Juni 2002, 13:55
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Strikte Werbebeschränkungen allenfalls überprüfen

Der oberösterreichische Landeshauptmann und amtierende Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz Josef Pühringer (V) steht größeren Einsparungen bei den ORF-Landesstudios skeptisch gegenüber. "Irgendetwas einsparen kann man immer. Aber wenn man glaubt, man kann dort die großen Fettpolster finden, wird man sich wahrscheinlich irren", so Pühringer am Dienstag in einer Pressekonferenz in Wien. Zudem gelte schon jetzt: "Ich glaube, dass die Landesstudios keine üppigen Budgets haben."

Pühringer erinnerte auch an den Beschluss der Landeshauptleute-Konferenz, dass die "Bundesland heute"-Sendungen auch an Wochenenden bestehen bleiben sollen. Prüfen wolle man, ob die restriktiven Werbebedingungen für den ORF zu einer Umleitung von Werbebudgets ins Ausland führen.

Die ORF-Spitze hatte am Montag dem Finanzausschuss des Stiftungsrats ein Strategiepapier präsentiert, in dem mögliche Sparmaßnahmen aufgelistet werden, um im Jahr 2003 aus der Verlustzone zu kommen. Für die Landesstudios wird in diesem der APA vorliegenden Papier ein Sparziel von 6,3 Millionen Euro definiert. In seiner Plenarsitzung befasst sich der Stiftungsrat am Mittwoch noch einmal mit diesen Überlegungen, auf deren Basis im Herbst der Finanzplan für 2003 erstellt und beschlossen werden soll.

"Schwerwiegende Eingriffe in Qualität, Struktur und Angebot"

"Sparen alleine ist zu wenig" meinte indes am Dienstag der Grüne Mediensprecher Stefan Schennach in einer Aussendung. Das angepeilte Sparziel von insgesamt rund 60 Millionen Euro würde "schwerwiegende Eingriffe in Qualität, Struktur und Angebot" mit sich bringen, betonte er. Der Kulturbereich würde davon "besonders hart" getroffen. Schennach sieht nun vielmehr den Gesetzgeber gefordert, da eine "dringende Novellierung des ORF-Gesetzes, die unsinnige Einschränkungen im Bereich Werbung lockert oder aufhebt", nötig sei. Darüber hinaus müsse "Gebührenwahrheit" geschaffen werden. (APA)

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