Mobilkom will expandieren - Über 50 Prozent Auslandskunden bis 2005

18. Juni 2002, 19:11
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UMTS-Engagement in Kroatien, Slowenien und Liechtenstein angepeilt

Die Mobilkom, seit kurzem 100-Prozent-Mobilfunktochter der börsennotierten Telekom Austria (TA), will weiter expandieren. Bis 2005 soll die Zahl der Auslandskunden jene der Österreichkunden überholen, der Auslandsanteil an der Gesamtkundenzahl damit von derzeit 29 Prozent auf über 50 Prozent ansteigen. Wachsen will die Mobilkom vor allem in ihren Bestandsmärkten Kroatien (VIPnet) und Slowenien (si.mobil). In beiden Ländern strebe man weiterhin Angebote für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecomunication System) an. Auch ein Festnetzeinstieg in Kroatien werde überlegt, so Mobilkom-Chef Boris Nemsic (Bild) am Dienstag vor Journalisten.

"Potenzielle Länder"

Bosnien-Herzegowina sowie Serbien und Montenegro bezeichnete er als "potenzielle Länder" für einen Markteinstieg. In Bosnien werde eine Lizenz, die derzeit ursprünglich der Deutsche Telekom zugesagt wurde, voraussichtlich neu ausgeschrieben. In Serbien gebe es zwei Mobilfunkanbieter. An einem halte der Staat die Mehrheit, an dem anderen 49 Prozent. "Das schreit nach einer internationalen Lösung", meinte Erich Gnad, Bereichsleiter für Business Development bei der Mobilkom.

Darüber hinaus werden auch Ungarn und Tschechien beobachtet. Beide Länder gelten allerdings nicht als "prioritäre Projekte", so Gnad.

UMTS

In Kroatien will sich die Mobilkom an der bevorstehenden Ausschreibung von zwei bis drei UMTS-Lizenzen beteiligen. Schon jetzt nützten die Kroaten besonders intensiv Datendienste. Mit durchschnittlich 70 versendeten SMS-Kurzmitteilungen liege das Land weit über dem europäischen Mittel von 24 SMS. Die Teilnahme an der UMTS-Ausschreibung sei angesichts dessen "verpflichtend". Den geplanten Preis von 18 bis 28 Mill. Euro je Lizenz bezeichnete Nemsic als "sinnvoll".

Nicht tragbar

Nicht tragbar waren für die Mobilkom hingegen die von den Slowenen verlangten UMTS-Gebühren von 110 Mill. Euro pro Lizenz. Die TA-Tochter hatte daher damals ihr Angebot zurückgezogen. Lediglich die staatliche slowenische Mobitel hatte schließlich eine Lizenz erworben. "Auf die eine oder andere Art" plane si.mobil dennoch UMTS-Aktivitäten, betonte Nemsic. Der neue slowenische Telekom-Regulator drängt nun auf eine Neuausschreibung, an der die Mobilkom dann wieder interessiert wäre, wenn sich die Preise nach dem kroatischen und österreichischen Vorbild richteten.

In beiden Ländern hat die Mobilkom bisher insgesamt 220 Mill. Euro investiert. Der Unternehmenswert von si.mobil und VIPnet wird dem gegenüber laut Mobilkom auf 1 Mrd. Euro geschätzt. Während VIPnet bereits "schwer in den schwarzen Zahlen" sei, solle si.mobil in den nächsten ein bis zwei Jahren den Sprung in die Gewinnzone schaffen, so der neue VIPnet-Chef Josef Vinatzer am Dienstag bei der Pressekonferenz.

VIPnet

Im ersten Quartal 2002 hat die kroatische VIPnet bei 58,8 Mill. Euro Umsatz (plus 48,5 Prozent), einen Betriebsgewinn (EBIT) von 9,9 Mill. Euro erreicht, nach erst 700.000 Euro im ersten Quartal 2001. Die slowenische si.mobil verdoppelte ihren Umsatz im ersten Quartal auf 16,3 Mill. Euro. Der Betriebsverlust betrug dabei noch 4,2 (erstes Quartal 2001: 6,6) Mill. Euro.

"Sehr wenig, wenn überhaupt"

In Österreich hat die Mobilkom Austria im ersten Quartal 379 (370,4) Mill. Euro umgesetzt, bei einem EBIT von 117,1 (107,6) Mill. Euro. Mobilkom-Chef Nemsic geht hier zu Lande von einem stagnierenden Geschäftsverlauf aus. Der Markt wachse organisch nur noch "sehr wenig, wenn überhaupt".

Positive Entwicklungen erwartet die Mobilkom hingegen weiterhin in Liechtenstein. Dort habe man eine Option auf eine UMTS-Lizenz, die von der Regierung derzeit geprüft werde. Bis 2004 wolle man außerdem auch in Liechtenstein schwarze Zahlen schreiben. im Vorquartal hat die Mobilkom Liechtenstein bei einem Umsatz von 645.000 (235.000) Euro noch ein negatives EBIT von 244.000 (304.000) Euro erwirtschaftet.(APA)

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