Mobilkom muss im Ausland wachsen

18. Juni 2002, 18:54
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Österreichs Handymarkt längst gesättigt - Nur SMS boomt

Wien - Der österreichische Handymarktführer A1 Mobilkom, demnächst wieder eine hundertprozentige Tochter der Telekom Austria, setzt weiterhin auf die Expansion in Südosteuropa. Als nächste Märkte nach Slowenien und Kroatien hat A1-Boss Boris Nemsic Bosnien-Herzegowina sowie Serbien und Montenegro ins Visier genommen. In Kroatien will man sich eine UMTS-Lizenz sichern.

Der Hauptgrund dafür ist, dass der Inlandsmarkt stagniert. In Österreich hat die Mobilkom im ersten Quartal einen Marktanteilsverlust von 43,9 Prozent auf 42,6 Pro- zent hinnehmen müssen. Der Wettbewerb nehme skurrile Formen an. So würde bereits ein Drittel der Tarife unter den Entstehungskosten verkauft und der Telekomregulator fördere diese Entwicklung auch noch, kritisiert Nemsic.

Ehrgeiziges Ziel

Rund ein Drittel der erstmals mehr als vier Millionen Mobilkom-Kunden kommt bereits aus dem Ausland. In drei Jahren soll es die Mehrheit sein, so das ehrgeizige Ziel. In Kroatien schreibt die dortige VIPnet (71 Prozent gehören der Mobilkom) mit einem Betriebserfolg im ersten Quartal von 9,9 Mio. Euro bereits ordentliche schwarze Zahlen, in Slowenien und Liechtenstein soll es in ein bis zwei Jahren so weit sein.

Besonders stark nachgefragt wird in Kroatien das SMS-Angebot. Gegenüber dem ersten Quartal 2001 stieg dort die Nutzung um 96 Prozent auf 185 Millionen SMS. Zum Vergleich: In Österreich wurden über das A1-Netz im ersten Quartal 129 Mio. SMS verschickt und empfangen - ein Zuwachs um etwa 21 Prozent.

Genug Eigenkapital

Zu den weiteren Plänen des Eigentümers heißt es bei A1, derzeit sei weder ein Börsengang noch die Hereinnahme eines strategischen Partners wünschenswert. Es sei genug Eigenkapital für die Expansionsschritte vorhanden, und den meisten anderen internationalen Handynetzbetreibern gehe es derart schlecht, dass eine Partnerschaft nur Kosten und Abstimmungsprobleme, aber wohl kaum einen Nutzen bringe. (miba, DER STANDARD, Printausgabe 19.6.2002)

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