Ganz Europa ist ein Backofen

18. Juni 2002, 16:37
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Es bleibt heiß: Bis zu 35 Grad erwartet - Abkühlung erst am Wochenende

Nach der leichten sonntäglichen Abkühlung breitet sich erneut eine Hitzewelle über Österreich aus. Bis zum Donnerstag können sich heimische Badefreudige über Temperaturen bis zu 36 Grad Celsius freuen. Auf "kühlere" Luft zwischen 25 und 28 Grad darf man erst ab Freitag hoffen, denn da kommen von Westen her Gewitter.

Hitze wie im Backofen

Fast Ganz Europa hat am Dienstag erneut einen außergewöhnlich warmen Juni-Tag erlebt. Die Temperaturen kletterten in Italien wieder auf 35 Grad und mehr, zugleich machten hohe Ozonwerte den Behörden Sorgen. In Krankenhäusern in Rom waren die Notaufnahmestationen überlaufen; vor allem ältere Menschen litten unter den Kapriolen des Wetters.

Italien

Zur Abkühlung hatte sich die Stadt Rom etwas Besonderes ausgedacht: Um Fußballfans, die auf einigen Plätzen das Weltmeisterschafts-Spiel Italien-Südkorea per Video verfolgten, vor Hitzschlag zu schützen, rückte die Stadtverwaltung mit Schläuchen an und sprühte Wasserfontänen über die Tifosi. Mindestens bis zum Wochenende soll die Hitzewelle dauern - möglicherweise aber auch noch länger.

Frankreich

In Frankreich sorgten sich die Tierschützer um das Wohl der Hunde bei der Hitze. Zehn Zentimeter über dem Asphalt herrschten über 40 Grad Hitze, warnten sie am Dienstag in Paris. Deswegen sollten Schoßhunde besser auf dem Arm getragen werden, beim Spazierengehen im Schatten bleiben und durch Lacken geführt werden, hieß es. Am Dienstag wurden in Paris und im Elsass Höchsttemperaturen von bis zu 37 Grad erwartet.

Niederlande

In den Niederlanden machten die tropischen Temperaturen von bis zu 32 Grad besonders dem Schienenverkehr zu schaffen. Bei Bahnübergängen im ganzen Land löste die Hitze Alarmmechanismen aus, ließ Rotlicht aufleuchten und führte automatisch zur Schließung der Schranken, die sich auch nicht wieder von selbst öffneten. In der Nacht installierten Reparaturteams an vielen Stellen Plastikscheiben zwischen die Schienen, um neuen unerwünschten Hitze-Alarm zu vermeiden.

In der Region Friesland klappte eine Eisenbahnbrücke auf und ließ sich stundenlang nicht schließen. Zudem legten verbogene Gleise im Südwesten der Niederlande den Zugverkehr stundenlang völlig lahm. "Die Hitze ist einfach zu schnell gekommen, das verkraftet das System nicht", sagte am Dienstag ein Bahnsprecher in Utrecht. Dienstag früh verlief der Bahnverkehr wieder wie an jedem Werktag, hieß es.

Schweiz

Die Schweiz meldete Rekorde: Mit Temperaturen um die 34 Grad wurde am Montagnachmittag in der Schweiz der heißeste Juni-Tag seit 50 Jahren gemessen. In Basel bekamen die Schüler bei 34,2 Grad hitzefrei. Während in Interlaken 31,4 Grad gemessen wurden, gab es 3000 Meter weiter oben auf dem Jungfraujoch Spitzenwerte von 9,8 Grad. Im Sonnenkanton Tessin wurden in Lugano dagegen "nur" 30,3 Grad erzielt. Für Dienstag werden ähnlich hohe Temperaturen erwartet. (APA/dpa)

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