Neue Therapie bei schweren Krebserkrankungen

18. Juni 2002, 13:35
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Erste Erfolge mit der Radio-Immuno-Therapie bei Mantelzell-Lymphom

London - Eine neue Form der Therapie gilt als Hoffnungsträger für Patienten mit schweren Krebserkrankungen. Die so genannte Radio-Immuno-Therapie (RIT) hilft laut Forschern der Marburger Unikliniken insbesondere Patienten mit einem besonders aggressiven Lymphom. Über die Behandlung, die sich allerdings noch im experimentellen Stadium befindet, berichteten die Wissenschaftler um Thomas Behr auf der Tagung der Society of Nuclear Medicine in Los Angeles.

Die neuartige Therapie wurde bei dem so genannten Mantelzell-Lymphom, das zur Gruppe der Non-Hodkin-Lymphome zählt, eingesetzt. Das Lymphom gilt als schwer behandelbar und im Durchschnitt leben Menschen mit dieser das Immunsystem betreffenden Krebsform nur noch 36 bis 60 Monate nach der Diagnose, berichtet die BBC. Das Marburger Team griff zu einer Kombination aus Strahlentherapie und neuen Medikamenten, die im Speziellen Tumorzellen angreifen. Sieben der acht Patienten, bei denen eine hochdosierte Chemotherapie nicht mehr anschlug, waren nach der RIT-Behandlung vollständig symptomfrei. Eine niedrigdosierte Behandlung besserte allerdings nur bei einem von vier Patienten in ähnlichem Ausmaß wie bei der hochdosierten Gruppe den Gesundheitszustand.

Bei der RIT werden Bestrahlung und Medikamentengabe kombiniert. Die neuartigen Medikamente, die aus so genannten monoklonalen Antikörpern bestehen, greifen spezifische Krebszellen an. Der Vorteil ist laut Forschern, dass die Nebenwirkungen im Gegensatz zu hochdosierten klassischen Chemotherapien weniger schwerwiegend ausfallen. Da das Experiment allerdings bei lediglich zwölf Probanden durchgeführt wurde, weiß Nicola Selstead von der britischen Lymphom-Organisation, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist. "In dieser Phase können keine wesentlichen Schlüsse gezogen werden", äußert Selstead Bedenken bezüglich einer Überbewertung der Ergebnisse. (pte)

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