Ausverkauf kann jetzt beginnen

18. Juni 2002, 13:34
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Verkauf von Amadeus könnte schon im Juli über die Bühne gehen

Wien - Mit der Konkurseröffnung kann der Ausverkauf bei Libro beginnen. Beste Chancen relativ schnell einen neuen Eigentümer zu finden haben die 22 Amadeus-Filialen. Insider rechnen, dass ein Verkauf noch im Sommer über die Bühne gehen könnte. Der Amadeus-Verkauf würde der Masse zwischen 10 und 15 Mill. Euro bringen. Im Libro-Status (per 1. Juni 2002) wird Amadeus mit 15 Mill. Euro bewertet.

Als Interessenten für Amadeus wird nach wie vor der ehemalige Besitzer der Buchhandelskette, der Oberösterreichische Landesverlag, der zu 40 Prozent über eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich gehört, genannt. Die Amadeus-Buchhaltung wurde, wie berichtet, schon seit einiger Zeit nach Linz verlegt. Im Gespräch ist auch die Morawa Styria Buchhandel GmbH, die in Österreich bereits 20 Filialen betreibt.

Ein Verkauf der derzeit noch 246 Libro-Filialen dürfte allerdings nicht so schnell gehen. Als Interessent genannt wird der oberösterreichische Büromaterial- und Papiergroßhändler Anton Stahrlinger. Ob Donau Design-Geschäftsführer Franz-Georg Stern noch immer an einer Libro-Übernahme interessiert ist, ist offen. Er wollte ausdrücklich ein nicht-insolventes Unternehmen kaufen.

Fortführungsszenarien

Masseverwalter Günther Viehböck hat nun die Aufgabe, das Unternehmen als Ganzes oder in Teilen bestmöglichst zu veräußern und wird die Interessenten einladen, ihre Angebote vorzulegen. Bei der kommenden Gläubigerausschusssitzung am Freitag werden jedenfalls die diversen Fortführungsszenarien und die entsprechende Finanzierung zu klären sein. Welche Summe dafür notwendig ist, wird noch berechnet. Grundsätzlich soll das Unternehmen im Konkurs fortgeführt werden, um das Schulgeschäft im Herbst zu sichern. Ein Fortführungskredit steht derzeit noch nicht bereit. Eine Weiterführung für einen Zeitraum von drei bis vier Wochen sei, so schätzt das Unternehmen selber, aus den täglichen Eingängen im Zuge eines Konkurs-Abverkaufes zu finanzieren. Dem Gläubigerausschuss gehören die Gläubigerschutzverbände KSV und AKV, der Gläubigerschutzverband der Arbeitnehmer (ISA), die Finanzprokuratur und die beiden Gläubigerbanken RZB und Bank Austria an.

Informationsveranstaltungen für Libro-Mitarbeiter

Um die 2.372 Libro-Mitarbeiter über ihre Rechte zu informieren, starten Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) morgen, Mittwoch, Betriebsversammlungen bei Amadeus in Linz. Am Donnerstag werden die Veranstaltungen österreichweit fortgesetzt. Durch den Konkurs werden die Dienstverhältnisse der Beschäftigten nicht aufgelöst, sondern laufen weiter. Allerdings sind alle Forderungen, die bis zur Konkurseröffnung offen sind, nun Konkursforderungen. Dies trifft für alle offenen Gehälter vom 1. bis 17. Juni d. J. und für alle offenen Sonderzahlungen zu. Diese Forderungen müssen beim Insolvenzfonds und bei Gericht angemeldet werden. Bei Filialschließungen können die betroffenen Dienstnehmer aus dem Unternehmen austreten und erhalten ihre Beendigungsansprüche ebenfalls vom Insolvenzfonds. Die Dienstnehmer werden vom Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmer (ISA) vertreten. (APA)

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