Beschwerde über neugierige Journalistin

18. Juni 2002, 13:02
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In Verhandlungspause auf Anwaltstischen nach Unterlagen Ausschau gehalten

Der Medienandrang beim Kaprun-Prozess im Salzburger Kolpinghaus führte nun zu ersten Beschwerden im Verhandlungssaal. Während einer kurzen Verhandlungsunterbrechung habe sich eine Journalistin eines österreichischen Nachrichtenmagazins seine Unterlagen angesehen und auch fotografiert, beschwerte sich ein Verteidiger bei Einzelrichter Manfred Seiss. Als er die Frau darauf ansprechen wollte, habe sie "fluchtartig den Saal und anschließend auch das Kolpinghaus verlassen", berichtete der Rechtsanwalt.

Als er seinem Tisch kurz den Rücken zugewandt hatte, sei er von einem Kollegen auf das "ungehörige Verhalten" der Journalistin aufmerksam gemacht worden. Anschließend sei die Frau zu den Tischen von Privatbeteiligtenvertretern weitergegangen und habe auch dort nach Unterlagen Ausschau gehalten, empörte sich der Verteidiger. Richter Seiss betonte, dass der "berechtigten Sorge" des Anwaltes Rechnung getragen werde und weitere derartige Vorfälle verhindert würden. Die Tische der Verteidiger dürfen ab sofort weder gefilmt noch fotografiert werden, zudem dürfen auch keine Akten oder andere Unterlagen von Unbeteiligten berührt werden. (APA)

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