Deutscher Beton hält besser

22. Juni 2002, 07:57
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Kahn hielt gegen die USA seinen Kasten mit Schwerstarbeit und der Unterstützung von Frings' Hand sauber - Ballack machte das Ding zum 1:0-Sieg rein

Ulsan - Nach Brasilien hat sich am Freitag mit Deutschland ein weiterer Ex-Champion für das Halbfinale der Fußball-WM qualifiziert. Die Deutschen hatten jedoch beim 1:0 (1:0)-Sieg gegen das Überraschungsteam aus den USA einige Mühe und hatten es neben Goldtorschütze Ballack (39./Kopfball) vor allem Torhüter Kahn zu verdanken, dass sie gegen die spielerisch stärkeren Amerikaner nicht stolperten. Eine Portion Glück war auch dabei, denn in der 50. Minute blieb ein Handspiel von Frings auf der eigenen Torlinie ohne Folgen.Deutschland reichte somit in der k.o.-Phase dieser WM bereits zum zweiten Mal in Folge nach dem 1:0 gegen Paraguay nur ein Treffer zum Aufstieg.

Kahn gegen Amerika

Die Partie begann mit einer Trauerminute für den verstorbenen Fritz Walter, der 1954 mit Deutschland Weltmeister geworden war. In der mit Trauerflor spielenden DFB-Auswahl spielte Kehl als neuer Abwehrchef, der Dortmunder bekam mit seinen Kollegen auch gleich einiges zu tun. Denn die Amerikaner, mit den in Deutschland tätigen Sanneh (Nürnberg) und Hejduk (Leverkusen), starteten wie bereits gewohnt bei dieser WM ohne Angst vor dem Favoriten und hatten nach 17 Minuten auch die erste dicke Chance des Spiels: Donovan setzte sich gegen Hamann durch, fand jedoch im einmal mehr glänzend reagierenden Kahn seinen Meister.

In der 30. Minute lautete das Duell nach einem Reyna-Lochpass neuerlich Donovan gegen Kahn, wieder hatte der Schlussmann vom FC Bayern München nach Schuss aus etwas spitzem Winkel die besseren Nerven. Erst dann führten die mühsamen Angriffsbemühungen der Deutschen zu ersten Halbchancen für Neuville (34.) und Ballack (36./Kopf), während Lewis neuerlich Kahn prüfte (36.).

Ballack statt Klose

Die deutliche Lufthoheit der Deutschen im gegnerischen Strafraum machte sich aber dann in der 39. Minute bezahlt, als Ballack nach einem Freistoß von Ziege am höchsten stieg und aus fünf Metern einköpfte. Obwohl Klose in der 43. Minute noch - wieder per Kopf - die Stange traf, durften die Deutschen mit einer etwas glücklichen 1:0-Führung in die Pause gehen.

Richtig viel Glück hatte die Truppe von Teamchef Rudi Völler dann aber erst in der 50. Minute. Nach einem Schuss von Berhalter sprang der Ball dem auf der Torlinie postierte Frings an die Hand, Schiedsrichter Hugh Dallas aus Schottland ahndete jedoch lediglich das anschließende Foul von Berhalter an Kahn. Absicht kann dem Bremer aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Rückzug ohne Strafe

Nach etwa einer Stunde wurde die Begegnung dann hektischer, innerhalb von nur vier Minuten teilte Schiri Dallas gleich fünf Gelbe Karten aus. In dieser Phase rettete Sanneh im letzten Moment vor Klose, ehe im Gegenzug eine Kopfball-Abwehr von Kahn außerhalb des Strafraumes beinahe ins Auge gegangen wäre. Denn der Ball kam zu Reyna und dieser verfehlte mit einem versuchten Heber das Tor nur knapp (jeweils 64.).

Danach ließen sich die Deutschen weit nach hinten drängen, im Gegensatz zu den Spaniern (spätes 1:1 gegen Irland) und den Italienern (Ausgleich gegen Südkorea) blieb dieses Verhalten jedoch unbestraft. Sanneh scheiterte zwei Mal per Kopf (84., 89. ans Außennetz) und Mathis vergab die letzte Chance (92.).

Viertelfinale:

  • Deutschland - USA 1:0 (1:0)
    Ulsan, 37.337, Hugh Dallas (Schottland)

    Tor: 1:0 (39.) Ballack (Kopfball)

    Deutschland: Kahn - Linke, Kehl, Metzelder - Frings, Schneider (60. Jeremies), Hamann, Ballack, Ziege - Neuville (80. Bode), Klose (88. Bierhoff)

    USA: Friedel - Pope, Mastroeni (80. Stewart), Berhalter - Sanneh, Donovan, Reyna, O´Brien, Hejduk (65. Jones) - Lewis, McBride (58. Mathis)

    Gelbe Karten: Kehl, Neuville bzw. Lewis, Pope, Reyna, Mastroeni, Berhalter

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