Juppé: Gründungskongress der neuen Chirac-Partei im Oktober

18. Juni 2002, 12:23
posten

Französische Regierung kann sich auf starke bürgerliche Parlamentsfraktion stützen

Paris - Das bürgerlich-konservative Wahlbündnis des französischen Präsidenten Jacques Chirac soll im Oktober offiziell als Partei aus der Taufe gehoben werden. Der Gründungskongress der UMP (Union für die Präsidentenmehrheit), die in der neuen Nationalversammlung über die absolute Mehrheit verfügt, ist für die zweite Oktoberwoche geplant, wie der neogaullistische Ex-Premierminister und voraussichtlich künftige Parteichef Alain Juppé am Dienstag dem Radiosender Europe 1 sagte. "Wir werden dann den endgültigen Namen festlegen, das Logo, den Sitz und die Statuten."

Bei der Parteigründung würden die "verschiedenen Empfindlichkeiten" der bisherigen Parteien RPR (Neogaullisten) von Chirac, DL (Liberaldemokraten) von Premierminister Jean-Pierre Raffarin sowie der Zentrumsunion UDF berücksichtigt, sagte Juppé. Zu ersten personellen Streitigkeiten in der UMP äußerte sich Juppé ausweichend. Dem als Favoriten für den Vorsitz der neuen Mehrheitsfraktion geltenden Ex-Arbeitsminister Jacques Barrot bescheinigte er "ein gutes Profil" für diesen "schwierigen und wichtigen Posten". Bei dem protokollarisch hohen Posten des Präsidenten der Nationalversammlung wollte sich Juppé nicht auf einen der beiden UMP-Kandidaten, Ex-Premier Edouard Balladur oder Ex-Innenminister Jean-Louis Debré, festlegen. "Die Abgeordneten werden entscheiden", betonte er.

Premier Raffarin hatte am Montagabend sein neues Kabinett vorgestellt. Der bisherige Europaminister Renaud Donnedieu de Vabres reichte seinen Rücktritt ein. Gegen ihn wird in Zusammenhang mit einer Geldwäscheaffäre ermittelt.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Alain Juppé musste 1997 nach dem Misserfolg der Gaullisten bei den vorgezogenen Parlamentswahlen als Premierminister zurücktreten.

Share if you care.