Installationen und Ausstellungen

18. Juni 2002, 12:03
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"Berg der Erinnerungen" im Grazer Schlossberg, Frauenprojekte und Sacher-Masoch Schau

Blinkende Rehe auf der Autobahn, eine Werkschau zum Thema "Lust als Passion" oder ein Projekt über die Rolle der Frauen in Graz: Das Programm von "Graz 2003" vernetzt zahlreiche Orte, Kunstrichtungen und -möglichkeiten. Eines der herausragendsten Vorhaben wird der "Berg der Erinnerungen" sein, zu dem der Schlossberg umfunktioniert wird. Zahlreiche Ausstellungen wie "Concrete Art" (Kunst in Beton) oder "M_ARS", eine Schau über Krieg und Kunst, ergänzen das Programm.

Schon die Ankunft in Graz soll Aufsehen erregen:
So wird die Halle des Hauptbahnhofes von Peter Kogler gestaltet werden, während Flora Neuwirth dem Flughafen ihren Stempel aufdrücken wird. Spektakulär wird auch die Gestaltung der Autobahneinfahrten, wo Leuchtobjekte in Form von Schriftzügen oder blinkende Rehe auf "Graz 2003" verweisen.

Der Schlossberg präsentiert sich als "Berg der Erinnerungen". Die ab März 2003 laufende Ausstellung will sich den vergangenen 100 Jahren der Grazer Geschichte widmen. Zu diesem Zweck werden seit längerer Zeit Bilder, Fotos, Plakate, aber auch Texte und Dokumente, Filme, Geschriebenes und Erzähltes von Privatpersonen gesammelt. Auch interessante Alltagsgegenstände, die ihre eigene Geschichte haben oder zu denen die Besitzer Geschichten erzählen, sind von Interesse. Gleichzeitig wird der Uhrturm am Schlossberg mit einem "Schatten" von Markus Wilfling versehen, um an die dunklen Seiten der Grazer Stadtgeschichte zu erinnern.

"Concrete Art" nennt sich eine Ausstellung, die zeitgenössische Beton-Skulpturen zeigt. Acht Künstler werden ihre Werke präsentieren. Peter Weibel kuratiert die Schau "M_ARS" (ab 10. 1.), die sich mit dem Thema "Krieg und Kunst" beschäftigt. Sie soll zeigen, dass der Prozess der fortschrittlichen Kulturentwicklung immer wieder von Gewalt unterbrochen wurde.

Der in Graz geborenen Star-Fotografin Inge Morath ist eine Ausstellung, ein Buch und eine filmische Dokumentation gewidmet. Für die Schau, die am ersten Todestag der Künstlerin (30.1.) eröffnet wird, ging sie im südsteirisch-slowenischen Grenzgebiet auf Spurensuche nach ihrer eigenen Herkunft. "Meisterwerke der steirischen Moderne" nennt sich eine von Götz Pochat kuratierte Ausstellung, die sich auf Schloss Rabenstein und in Frohnleiten abspielen wird. Das Auto als Designerobjekt steht dagegen bei der Schau "Auto Art" im Mittelpunkt.

"Woment!"

Die Rolle der Frauen für die Stadt Graz untersucht "Woment!". Dabei sollen aktuelle und historische Leistungen von Frauen, Fraueneinrichtungen und Frauengruppen unter die Lupe genommen werden. Zahlreiche Veranstaltungen, Frauenspaziergänge und 23 Gedenktafeln sollen auf das Projekt verweisen, das am 8.3., dem Internationalen Frauentag, eröffnet wird. Ebenfalls um Frauen geht es bei "Ein Frauenleben im Zeughaus" , bei dem es um den Kontrast zwischen der dargestellten rein männlichen und einer installierten weiblichen Welt geht.

Dem Autor Leopold von Sacher-Masoch, der Teile seiner Werke in Graz verfasst hat, sind unter dem Titel "Lust als Passion" mehrere Ausstellungen gewidmet. Dabei wird nicht nur das Leben des Autors beleuchtet, sondern werden auch Werke von Helmut Newton, Nan Goldin, Man Ray oder Auguste Rodin gezeigt.

(APA)

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