Schulpaket bringt mehr Autonomie für AHS

18. Juni 2002, 19:09
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19 bis 24 Stunden sollen künftig für Schwerpunktsetzungen genutzt werden

Wien - Aus "Leibesübungen" oder "Leibeserziehung" wird "Bewegung und Sport", die Sonderschule wird zur "Förderschule" - Details aus dem neu geschnürten Schulpaket, das am Dienstag den Ministerrat passiert hat und nun dem Parlament vorgelegt wird. Die Eckpunkte der geplanten Änderungen in den Schulgesetzen: Informatik als Pflichtfach bereits in der fünften Schulstufe, verstärkte Autonomie in den AHS-Oberstufen und ein neuer Anlauf für die Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Die größte Änderung stellt die Einführung des Pflichtfachs "Informations- und Kommunikationstechnologie" in (nur in, nicht ab) der 1. Klasse AHS und Hauptschule ab dem Schuljahr 2004/ 2005 dar. Dafür soll eine Wochenstunde Deutsch geopfert werden. Weiterhin wird es in der 5. Klasse AHS "Informatik" im Ausmaß von zwei Wochenstunden geben.

Die Gesamtwochenstundenanzahl von der 5. bis zur 8. Klasse bleibt mit 138 unverändert, auch die AHS-Formen Gymnasium, Realgymnasium und Wirtschaftskundliches Realgymnasium bleiben unangetastet.

Neu ist, dass es in diesen verschiedenen AHS-Formen neben einem "Kernbereich" von 114 bis 118 Wochenstunden auch einen autonomen Bereich von 19 bis 24 Stunden geben soll. So können etwa in einem neuen Lehrplan Stundenkontingente für schulspezifische und regionale Schwerpunktsetzungen, sowie für einen "schülerautonomen" Bereich mit Wahlpflichtgegenständen vorgesehen werden. Damit können ergänzende Schwerpunkte in den Bereichen Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnologie, Ökologie, Wirtschaft, Sport sowie ein humanistischer oder ein musisch-kreativer Schwerpunkt gesetzt werden.

Einen neuen Anlauf unternimmt Bildungsministerin Elisabeth Gehrer bei der im Vorjahr gescheiterten Überführung der Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Polytechnischen Schulen (PTS) ins Regelschulwesen. (red)

(DER STANDARD, Printausgabe, 19.6.2002)
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