Hardcore- und melancholische Klänge

18. Juni 2002, 10:30
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"Ich bin eben nicht vorhersehbar." - Wyclef Jean präsentiert sein neues Album "Masquerade"

New York - Hardcore- und melancholische Klänge: Fugees-Gründer Wyclef Jean lässt sich mit seiner Musik weiter in keine Schublade einordnen. "Ich bin eben nicht vorhersehbar. Ich könnte morgen auch ein Country-Album aufnehmen", sagte der aus Haiti stammende Afroamerikaner erst jüngst in einem "Musikexpress"-Interview. Sein drittes Album heißt also nicht zufällig "Masquerade" (Sony Music) und besticht durch Versatilität. Von Rap und HipHop über Pop und Reggae bis hin zu Blues reicht das stilistische Spektrum der insgesamt 20 Nummern.

Zeitreise

"Für mich sind die Songs vom Inhalt her wie eine Zeitreise durch mein Leben", betont der in Brooklyn/New York aufgewachsene Sohn eines Pastors. Melancholisch gibt er sich bei den Titeln "Knockin' On Heaven's Door" - eine abgewandelte Version des Dylan-Klassikers, die verstorbenen Rappern wie 2Pac oder Biggie Smalls gewidmet ist - und "Daddy", einem Lied, das er seinem verstorbenen Vater gewidmet hat. Daneben singt der Musiker auch poppige Stücke wie "Oh What A Night".

Treffen mit Tom Jones

Mehrere Songs sind in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern entstanden. Den Titel "Pussycat" etwa hat Wyclef zusammen mit dem unverwüstlichen "Pop-Tiger" Tom Jones, der den Klassiker "What's New, Pussycat?" zum Hit gemacht hat, eingespielt. Bei der Titelnummer erhält er dagegen schwergewichtige Hardcore-Rap-Rückendeckung von M.O.P. und Bumpy Knuckles alias Freddie Foxxx.

Für Frieden und Liebe

Auch die Attentate in den USA am 11. September 2001 haben sein neues Album beeinflusst. Zwar spricht er die Ereignisse nur kurz in einer Textzeile auf "War No More" direkt an, "aber die Terroranschläge haben mich dazu gebracht, noch stärker für Frieden und Liebe in der Welt zu plädieren".

(APA)

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  • Masquerade - Sony
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    Masquerade - Sony

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