Preise im Mai um 1,9 Prozent gestiegen

18. Juni 2002, 19:06
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Pauschalreisen, Gesundheitspflege und Freizeit in Österreich merklich teurer

Wien - Die Preise heimischer Güter und Dienstleistungen sind im Monat Mai gegenüber demselben Vorjahresmonat um 1,9 nach 1,8 Prozent im Vormonat April gestiegen. Der Indexstand des VPI (2000 = 100) beträgt nach Berechnungen der Statistik Austria für Mai 2002 104,6. Im Vergleich zum Vormonat sind die Preise durchschnittlich um 0,3 Prozent angestiegen. Der Indexstand des für die Währungsunion zu berechnenden Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) beträgt 108,8 (1996 = 100). Die harmonisierte Inflationsrate für Mai 2002 liegt mit 1,6 Prozent hinsichtlich Preisstabilität erneut im EU-Spitzenfeld (April 1,7 Prozent revidiert, März und Februar ebenfalls 1,7 Prozent).

Gegenüber dem Mai des Vorjahres wirkt nach wie vor nur die Nachrichtenübermittlung mit minus 0,6 Prozent inflationsdämpfend. Alle anderen Bereiche zeigten hingegen eine steigende Preisentwicklung.

Größte Steigerung bei Pauschalreisen

Die größten Preissteigerungen waren im Mai mit plus 8 Prozent bei Pauschalreisen zu beobachten (Flugpauschalreisen: +9 Prozent, Städteflug: +9 Prozent), was alleine schon ein Achtel der Inflationsrate verursachte, so die Statistik Austria. Zu je einem Sechstel waren Verschiedene Waren und Dienstleistungen (+3,3 Prozent) und Ausgaben für Freizeit und Kultur (+2,4 Prozent) für die Steigerungen verantwortlich, gefolgt von jenen für Erziehung und Unterricht (+30 Prozent, wegen Studiengebühr seit Oktober gleichbleibend hoch) und für Restaurants und Hotels (+2,9 Prozent).

Bei "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" sind es vor allem Friseure und Kosmetiksalons (+4,8 Prozent) und Versicherungen (+3,4 Prozent), die zum Teil deutlich teurer geworden sind. Auch ambulante Gesundheitsdienstleistungen (+2,6 Prozent; Wahlarzt/Facharzt +11 Prozent) haben angezogen.

Bei Restaurants sind durchgehend Preiserhöhungen festzustellen (+3 Prozent; z.B. Bier +3 Prozent, Spezialitätenrestaurant und Apfelsaft je +5 Prozent, 1/8 l Wein, Kleiner Brauner und Cola-Getränk je +4 Prozent). In der Hauptgruppe Verkehr sind Flugtickets (+12 Prozent) und Taxis (Tagesfahrt +3 Prozent, Nachtfahrt +4 Prozent) teurer als im Vorjahr, Reparaturen um 3 Prozent. Durch den preisdämpfenden Effekt der Treibstoffpreise kommt aber nur eine moderate Steigerung des Bereichs Verkehr (+0,9 Prozent) zu Stande.

Gesundheitspflege und Freizeitausgaben teurer

Deutliche Teuerungen gab es in den drei Hauptgruppen Gesundheitspflege (+1,4 Prozent), Freizeit und Kultur (+0,5 Prozent) und Verkehr (+0,3 Prozent). Medizinische Dienstleistungen sind um 5 Prozent teurer geworden (Wahlarzt/Facharzt: +10 Prozent). Mit Beginn der Hauptreisezeit fanden naturgemäß Preissteigerungen bei Pauschalreisen (+3 Prozent) statt (Flugpauschalreisen: +6 Prozent, Buspauschalreisen im Ausland: +2 Prozent), teilt die Statistik Austria weiter mit.

Auch die Erhöhungen bei Verkehrsdienstleistungen (+2,6 Prozent) dürften saisonal begründet sein (Flugticket: +6 Prozent). Bei den Treibstoffen, wo zuletzt Preiserhöhungen statt fanden, waren im Monat Mai wieder Rückgänge zu beobachten (Diesel, Normal- und Superbenzin je -1 Prozent). Sie sind auch weiterhin billiger als im Vorjahr (Diesel: -4 Prozent, Superbenzin: -9 Prozent, Normalbenzin: -10 Prozent).

Obst und Gemüse weiterhin sinkend

Leichte Preisrückgänge gab es bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken von 0,3 Prozent sowie bei Alkoholischen Getränken und Tabak von 0,2 Prozent. Der im April beobachtete Trend, wonach die Preise von Obst (-2 Prozent) und Gemüse inkl. Kartoffeln (-2 Prozent) nach den Rekordhöhen zu Jahresanfang sinken, hat sich auch in diesem Monat fortgesetzt (Saisonobst: -7 Prozent, Ananaserdbeeren -14 Prozent, Häuptelsalat -18 Prozent, Paprika -12 Prozent, Zucchini -17 Prozent).

Auch die Alkoholfreien Getränke (-0,6 Prozent; Bohnenkaffee: -4 Prozent) zeigten eine inflationsdämpfende Wirkung, wenn auch in geringerem Ausmaß als Obst und Gemüse. Bei den Alkoholischen Getränken (-0,6 Prozent) waren Wein und Bier mit je -1 Prozent für die Preissenkungen hauptverantwortlich (z.B. Sekt und Wermut je -2 Prozent; Dosen- und Spezialbier je -2 Prozent). (APA)

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