Dank für vermittelnde Musikalität

20. Juni 2002, 21:16
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Riccardo Muti wurde zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt

Wien - Viel gejubelt wurde Montag Abend im Theater an der Wien. Galt die Begeisterung des Publikums zunächst den Sängern der "Cosi fan tutte"-Premiere im Rahmen des Mozart/Da Ponte-Zyklus (Barbara Frittoli, Angelika Kirchschlager, Stefania Bonfadelli, Bo Skovhus, Michael Schade und Alessandro Corbelli) sowie dem Staatsopernorchester und seinem Dirigenten Riccardo Muti, wurden dem Maestro kurze Zeit darauf Standing Ovations dargeboten. Solcherart bekundete das Publikum, mit der auf der Bühne vorgenommenen Ernennung des 60-jährigen Musikdirektors der Mailänder Scala zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper mehr als einverstanden zu sein.

"Wiener Mozartstil"

"Eine ganz außerordentliche Auszeichnung, die höchste, die das Haus zu vergeben hat", nannte Staatsopern-Direktor Ioan Holender die Ehrenmitgliedschaft und wies darauf hin, dass diese Auszeichnung "nicht zufällig" erstmals im Theater an der Wien vorgenommen werde: 1945-55 habe die Staatsoper in diesem Haus gespielt, hier sei der legendäre "Wiener Mozartstil" entstanden. Was Muti seit 1994, als die soeben gezeigte Produktion der "Cosi" erstmals im Theater an der Wien gezeigt wurde, in Wien bei der Erarbeitung der Mozart-Opern mit einer jungen Sängergeneration geleistet habe, würde allein schon die Ehrenmitgliedschaft rechtfertigen, meinte Holender. Doch Muti habe bereits seit 1973, als er mit "Aida" sein Staatsoperndebüt feierte, "die Geschicke des Hauses mit seiner Persönlichkeit, mit seinem Wissen, mit seiner vermittelnden Musikalität mitgestaltet", so Holender: "Mein Dank ist grenzenlos!"

Kunststaatssekretär Franz Morak (V) nahm auf offener Bühne und vor versammeltem Ensemble die Überreichung des Ernennungs-Dekretes vor - vertraute allerdings dabei doch einer Verstärkeranlage und nicht nur jener Akustik, die er in seiner kurzen Rede pries. "Die zentrale Kompetenz dieses Landes" sei die Musik, meinte Morak und hob hervor, dass Muti in seiner Karriere bisher rund 100 Konzerte mit den Wiener Philharmonikern und rund 90 Staatsopern-Vorstellungen geleitet habe.

Riccardo Muti bedankte sich und betonte, es sei eine große Ehre für ihn, "diese Auszeichnung des ganzen Hauses zu erhalten", das ihm in den vergangenen drei Jahrzehnten sehr wichtig gewesen sei - ebenso wichtig wie die 1971 begonnene Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern und die regelmäßige Arbeit mit dem Wiener Staatsopernchor.

(APA)

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