Sharon lehnt nach Anschlag jede Art von Palästinenserstaat ab

18. Juni 2002, 14:50
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Erekat: Palästinensische Führung kann für Attentat nicht verantwortlich gemacht werden

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat nach dem mörderischen Bombenanschlag auf einen Bus in Jerusalem am Dienstag jeder Art von Palästinenserstaat eine Absage erteilt. Israel werde entschieden gegen die Gewalttäter vorgehen, sagte Sharon am Tatort. Es war das erste Mal seit seinem Amtseintritt vor mehr als einem Jahr, dass sich der Premier nach einem derartigen Selbstmordattentat zum Tatort begab. Das israelische Fernsehen gab die Zahl der Toten unterdessen mit 17 an.

Ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington hatte am Montag mitgeteilt, US-Präsident George W. Bush werde "sehr bald" seine Strategie zur Wiederbelebung des Nahost-Friedenprozesses bekannt geben; ein genaues Datum wollte der Sprecher jedoch nicht nennen. US-Außenminister Colin Powell hatte kürzlich die Gründung eines palästinensischen "Übergangsstaates" noch vor Verhandlungen über den definitiven Status der von Israel besetzten Gebiete in Erwägung gezogen. Israels Außenminister Shimon Peres hatte am Montag erklärt, sein Land erwarte von den USA eine "klarere Haltung" zum Nahost-Konflikt und eine "klare Vision über die Existenz von zwei Staaten und zwei Völkern - dem israelischen und dem palästinensischen".

Am Montag hatte der israelische Außenminister Shimon Peres in Sofia von einer Einigung mit den Palästinensern über die Gründung eines "vorläufigen" palästinensischen Staates in den nächsten acht Wochen gesprochen. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat hatte die Aussage von Peres umgehend dementiert; sie entbehre jeglicher Grundlage.(APA/dpa/red)

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