Sudanesische Regierung und Rebellen sprechen wieder über Frieden

18. Juni 2002, 06:40
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Kenianischer Vermittler kritisiert kompromisslose Haltung beider Seiten

Nairobi - Vertreter der Bürgerkriegsparteien im Sudan sind am Montag zu einer neuen Runde von Friedensgesprächen in Nairobi zusammengekommen. Zur Eröffnung der Verhandlungen kritisierte der kenianische Vermittler Lazaro Sumbeiwo die kompromisslose Haltung beider Seiten. Bei einer ersten Gesprächsrunde unter amerikanischer Vermittlung war im vergangenen November ein begrenzter Waffenstillstand und Zugang für Hilfsorganisationen in den Südsudan vereinbart worden.

In der neuen Gesprächsrunde, die auf fünf Wochen angesetzt ist, wird die Regierung in Khartum von ihrem Chefberater für den Friedensprozess, Ghazi Salahuddin Atabani, und die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) von ihrem Vizekommandanten Salva Kiir vertreten. Ein westlicher Diplomat bezeichnete das Zustandekommen der direkten Gespräche als "bedeutsam". "Das zeigt, dass es einigen Druck gegeben hat", meinte der Diplomat.

Anfang Juni hatte die SPLA die strategisch wichtige Stadt Kapoeta im Südsudan erobert und dabei nach eigenen Angaben rund 200 Regierungssoldaten getötet. Die Regierung in Khartum hatte daraufhin mit einem Rückzug von den Friedensgesprächen gedroht.

Bei den Verhandlungen in Nairobi soll es um eine Neuverteilung der Macht und der Öleinnahmen gehen. Weitere Streitfragen sind eine Autonomie für den Süden des Landes und die Rolle der Religion. Seit 1983 kämpfen Rebellen im christlich-animistischen Süden gegen die islamisch-fundamentalistische Zentralregierung in Khartum. Im Krieg sind bereits rund zwei Millionen Menschen umgekommen. (APA)

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