AssistentInnen legen Ämter zurück

18. Juni 2002, 11:24
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Empörung über zu wenig Mitbestimmung an Uni Innsbruck

Innsbruck/Wien - 23 Vorsitzende und StellvertreterInnen von Studienkommissionen an der Universität Innsbruck - alle Angehörige des universitären Mittelbaus - wollen ihre Ämter zurücklegen, sollte die Uni-Reform in der geplanten Form beschlossen werden. "In der bisherigen Funktion können und wollen wir keine Verantwortung für die Implementierung eines ruinösen Gesetzes übernehmen", heißt es in einem offenen Brief an Bildungsministerin Elisabeth Gehrer.

Der Protest richtet sich gegen die "Zerstörung" eines "bewährten Modells" der Mitbestimmung, da AssistentInnen künftig verantwortliche Aufgaben angesichts stark reduzierter Kollegialorgane "nur mehr als Gnadenakte" übernehmen könnten. Getragen wird der Protest von Studienkommissions-Vorsitzenden aus vier Fakultäten.

Der Uni-LehrerInnenverband hat am Montag einen Appell an die Abgeordneten gerichtet: Sie mögen die Reform sorgfältig überdenken. "Mit diesem Gesetz wird der letzte Schritt in der Umwandlung der Unis in Betriebe vollzogen", heißt es.

Medizinstudium neu

In der Bundeshauptstadt wurde indessen der neue Studienplan für das Wiener Medizinstudium vom Bildungsressort genehmigt - allerdings ohne die ursprünglich geplante Studienplatzbeschränkung. Das Studium soll deutlich praxisnäher als bisher sein, die Zahl der Prüfungen wird reduziert.

(DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2002 / bs)

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