"Frauenpolitik muss sich dauernd rechtfertigen"

18. Juni 2002, 09:22
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Klubobfrau der Grünen ortet ungleiche Gewichtung im Sozialministerium

Wien - "Frauenpolitik muss sich dauernd rechtfertigen, während die Männerabteilung im Sozialressort offenbar nicht dasselbe Problem hat", kritisiert Madeleine Petrovic, stellvertretende Klubobfrau der Grünen. Wie berichtet, soll die Arbeit der "Abteilung für arbeitsmarktrelevante Gleichstellungsangelegenheiten" im Wirtschaftsressort, der Petrovic als (Teilzeit-)Beamtin angehört, evaluiert werden. Die Tätigkeit der fünf Beamtinnen (die früher dem Sozialministerium unterstellt waren) sei schon mehrfach unter die Lupe genommen worden, meint Petrovic. Ihr wäre daher lieber, wenn das Ministerbüro gemeinsam mit den Betroffenen ein Arbeitsprogramm entwickeln würde, "anstatt uns indirekt spüren zu lassen, dass wir etwas tun, was nicht auf Wohlwollen stößt". Die Abteilung vergibt Fördermittel für Vereine und leistet - so Petrovic - feministische Grundsatzarbeit. Und das brauche Österreich auch dringend, sagt die Abgeordnete. Schließlich herrschten hierzulande trotz guter sozialer Durchschnittswerte große Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Derzeit startet eine Studie über Teilzeitarbeit.

(DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2002 / mon)

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