Kämpfe in Angola wieder aufgeflammt

17. Juni 2002, 20:37
1 Posting

Kirchenradio: UNITA bricht Waffenstillstand

Luanda - Erstmals seit dem Waffenstillstandsabkommen im April ist es in Angola wieder zu Übergriffen bewaffneter Rebellen gekommen. In der Provinz Bie wurden zwei Dörfer von uniformierten Männern angegriffen, die Ähnlichkeit mit den früheren Militäreinheiten der UNITA hatten, wie das katholische Radio Ecclesia am Montag berichtete. Die wichtigste Verbindungsstraße der Provinz sei unterbrochen worden. Dorfbewohner mussten die Rebellen laut Ecclesia mit Nahrungsmitteln versorgen.

In den 35 Lagern, die die angolanische Regierung für die früheren UNITA-Kämpfer und ihre Angehörigen eingerichtet hatte, gibt es derzeit weder ausreichend Lebensmittel noch Medikamente. Erst vor wenigen Tagen bat die Regierung in Luanda um eine internationale Hilfsleistung in Höhe von knapp 68 Millionen Euro.

Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens am 4. April mit der Nationalen Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas (UNITA) hatten sich rund 79.800 UNITA-Kämpfer entwaffnen lassen; die Regierung sagte zu, sie mit Ausbildungsprogrammen und Arbeitsplätzen in die Gesellschaft einzugliedern. Angola hatte 27 Jahre lang unter dem Bürgerkrieg gelitten. (APA)

Share if you care.