Erinnerungen an einen Aufstand

17. Juni 2002, 19:42
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Am 17. Juni 1953 wurde der Protest von DDR-Arbeitern von der Sowjetarmee niedergeschlagen

Berlin - Mit Kranzniederlegungen und einer Gedenkfeier in Berlin haben Politiker und Verbände in Deutschland am Montag an den DDR-Aufstand am 17. Juni 1953 erinnert. Der zur Revolte gewordene Arbeiter-Protest war von der Sowjetarmee niedergeschlagen worden.

Bei der Gedenkfeier nannte Innenminister Otto Schily den 17. Juni 1953 als Vorbeben für die politische Wende in der DDR. "Was 1953 noch fehl schlug, vollendete sich 1989", sagte der Minister bei der Feier auf einem Friedhof. Bei der Niederschlagung des DDR-Aufstands starben nach späteren Ermittlungen mindestens 125 Menschen.

Auslöser für den Aufstand des 17. Juni 1953 war die Erhöhung von Arbeitsnormen. Die SED-Parteiführung unter Walter Ulbricht wurde mit den Unruhen nicht fertig. Die sowjetische Besatzungsmacht verhängte den Ausnahmezustand über Ost-Berlin und Teile der DDR - zur Niederschlagung der Unruhen wurden auch sowjetische Panzer eingesetzt. Nach bundesdeutschen Ermittlungen wurden etwa 1600 Teilnehmer des Aufstands zu Freiheitsstrafen verurteilt, mindestens zwei Angeklagte wurden hingerichtet. (APA/dpa)

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