Stoiber kritisiert Vorstands-Gehälter bei der Deutscher Telekom

18. Juni 2002, 11:40
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"Das ist negativ für die Akzeptanz unserer Wirtschaftsordnung"

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) hat vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise die Gehaltsentwicklung bei Managern und im einzelnen bei der Deutschen Telekom scharf kritisiert.

"Wenn ich mir anschaue, wie sich die Vorstandsgehälter entwickelt haben, während gleichzeitig tausende Stellen weggefallen sind - da muss ich sagen: Das ist negativ für die Akzeptanz unserer Wirtschaftsordnung", sagte Stoiber in einem am Montag vorab veröffentlichten Interview des "Manager Magazin". "Es ist den Bürgern nicht zu vermitteln, wenn zum Beispiel bei der Telekom die Vorstandsgehälter um bis zu 89 Prozent erhöht werden, wenn gleichzeitig die Volksaktie, in die viele kleine Sparer ihr Geld gesteckt haben, historische Tiefststände erreicht", sagte Stoiber. Als Wahlsieger hätte Stoiber entscheidenden Einfluss auf die Personalpolitik bei dem Unternehmen, denn der Bund ist größter Telekom-Aktionär.

Kritik

Konzernchef Ron Sommer steht wegen des rapide gesunkenen Aktienkurses der Deutschen Telekom in der Kritik. In der vergangenen Woche war der Wert des Papiers erstmals unter zehn Euro gesunken. Aktionärsschützer hatten kritisiert, dass 2001 die Gehälter der Vorstandsmitglieder insgesamt um knapp 90 Prozent höher lagen als im Vorjahr.

Die jetzige Bundesregierung hatte jüngst Medienberichte dementiert, wonach die Ablösung Sommers als Vorstandschef für die Zeit nach der Wahl beschlossen sei.(APA/dpa)

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