Kostenentlastung für Kleinbetriebe

17. Juni 2002, 19:51
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Bald sind niedrigere Sozialversicherungsbeiträge fällig

Wien/Baden - Zigtausende Kleinbetriebe in Österreich können auf eine deutliche Senkung der Sozialversicherungsbeiträge hoffen. Als Teil der 60. ASVG-Novelle soll die Mindestbeitragsgrundlage zur Krankenversicherung in der gewerblichen Wirtschaft auf rund 537 Euro pro Monat halbiert wird. "Das ist mit der Regierung paktiert und wird zum 1. Jänner 2003 in Kraft treten", sagte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl beim Tourismusforum in Baden.

Von der Neuregelung würden insbesondere Tourismusunternehmen profitieren. Von den rund 69.000 Betriebsstätten liege etwa die Hälfte unter der zurzeit gültigen Mindestbeitragsgrundlage von 1045 Euro, sagte der Geschäftsführer der Sparte Tourismus, Michael Raffling. Konsequenz: Jeder zweite selstständige Touristiker wird ab kommendem Jahr deutlich weniger Beiträge zahlen müssen.

Mehr Sicherheit für Jungunternehmer

Mehr Sicherheit soll es auch für Jungunternehmer geben. Bisher mussten sie nach drei Jahren nachweisen, dass sie in diesem Zeitraum nicht über der Mindestbeitragsgrundlage verdient haben; andernfalls drohten Nachzahlungen. Diesen Nachweis sollen junge Unternehmer künftig nicht mehr erbringen müssen.

Der zuletzt umstritten gewesene Passus in der Novelle zur Gewerbeordnung, demzufolge ein Akademiker auch ohne einschlägiges Wissen ein Gasthaus eröffnen oder ein Hotel führen kann, ist ebenfalls beschlossene Sache.

Dem Tourismus selbst sollen durch eine "Imagekorrektur" neue Arbeitskräfte zugeführt werden. Anders als in der Schweiz, wo etwa 60 Prozent der im Tourismus Beschäftigten aus dem Ausland kommen, "sind wir um österreichische Authentizität bemüht, sagte Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann. Auf ausländische Arbeitskräfte könne nicht verzichtet werden, im direkten Kontakt mit dem Gast sollten aber bevorzugt Österreicher zum Einsatz kommen, meinte Rossmann.

Umsatzprognosen

In der bevorstehenden Sommersaison rechnet Rossmann mit weiteren Zuwächsen bei den Gästeeinkünften und Umsätzen. Die Tourismusfunktionäre in der Wirtschaftskammer sind pessimistischer. Bundesspartenobmann Johann Schenner erwartet ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe. Vor allem bei deutschen Gästen sei wegen der angespannten konjunkturellen Situation mit Zurückhaltung im Urlaub zu rechnen. (Günther Strobl/DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2002)

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