Darbo spürt Billa-Auslistungen

17. Juni 2002, 19:45
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Konzernchef Klaus Darbo: Umsatz mit Rewe sinkt um fünf bis sechs Prozent

Wien - Die Sortimentsbereinigung beim Rewe-Konzern (Billa, Mondo, Merkur) wirkt sich auch auf den Tiroler Marmeladen- und Honigerzeuger Darbo negativ aus. Durch die Auslistung von bestimmten Packungsgrößen und Sorten werde man fünf bis sechs Prozent des Umsatzes mit Rewe verlieren, schätzt Darbo-Vorstandschef Klaus Darbo. Wie viele Produkte konkret von der Auslistung betroffen sind, gab Darbo nicht bekannt. Der Gesamtumsatz werde sich dadurch um ein bis zwei Prozent reduzieren.


Schweizer Aufträge

Von der engeren Zusammenarbeit mit der Schweizer Hero AG, die ein Angebot für den Darbo-Streubesitz gelegt hat - DER STANDARD berichtete - erhofft sich Darbo zusätzliche Aufträge. Derzeit produziere man für die Hero-Tochter Schwartau Marmelade in Gastronomieverpackungen und vertreibe für sie den "Corny"-Müsliriegel mit einem Umsatzvolumen von 2,5 Mio. Euro.

Wenn die Mehrheit der Kleinaktionäre dem "sensationellen" Hero-Angebot (Darbo) zustimmen sollte und die Zahl der Aktien im Streubesitz unter 10.000 falle, würden die Darbo-Anteilsscheine von der Börse genommen. Dadurch werde es keine Änderung der Geschäftspolitik geben, "aber wir sparen uns die Gebühren der Wiener Börse", sagte Darbo.

Im vergangenen Jahr musste Darbo einen kräftigen Ergebniseinbruch verdauen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sank um 16,9 Prozent auf 2,4 Mio. Euro. Grund dafür seien neben geringfügigen Exportrückgängen auch erhöhte Marketingaufwendungen für die Neueinführung des Darbo Fruchtfrühstücks sowie Wertberichtigungen für Aktienfonds gewesen, sagte Darbo. Der Umsatz konnte um 3,9 Prozent auf 58,1 Mio. Euro gesteigert werden. Mit 54 Prozent Marktanteil bei Marmeladen erreichte Darbo eine neue Höchstmarke.

Im ersten Quartal des heurigen Jahres konnte das EGT im Vergleich zur Vorjahresperiode auf über eine halbe Million Euro mehr als verdreifacht werden. Diese Steigerung komme fast ausschließlich aus den Exporten, die mit 32 Prozent vom Umsatz ein Rekordniveau erreichten. Da das erste Quartal traditionell das schwächste sei, rechne man für das Gesamtjahr mit einem Umsatzplus von zehn Prozent auf 64 Millionen Euro und einem EGT in der Höhe von rund drei Millionen Euro, sagte Darbo. (zwi, kab/DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2002)

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