Geiselnahme in Trier unblutig beendet

17. Juni 2002, 18:32
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Täter verschwunden - Offenbar ging es um Erpressung

Trier - Eine mehrstündige Geiselnahme hat am Montag die Polizei in Trier in Atem gehalten. Sicherheitskräfte konnten die Geisel - eine 52 Jahre alte Frau - unverletzt aus ihrer Wohnung in der Südstadt befreien. Den Tätern gelang die Flucht. Die Polizisten drangen in die Wohnung der Frau ein, nachdem ein telefonischer Kontakt zu den Tätern nicht zu Stande gekommen war. Die Ermittler fanden die Frau eingeschlossen in ihrem Badezimmer. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wollten mehrere unbekannte Männer vom Ehemann der Frau Geld erpressen.

Der 50 Jahre alte Geschäftsmann konnte einem der Täter jedoch entkommen, als er mit ihm in die Stadt fuhr. Nach seiner Flucht alarmierte der Geschäftsmann die Polizei. Nach Angaben der Ermittler hatte sich der Mann am Vormittag mit zwei Unbekannten in einem Trierer Hotel getroffen. Die Männer hatten bei dem Treffen vorgegeben, mit dem Geschäftsmann über eine Geldanlage reden zu wollen. Gemeinsam mit den beiden Männern fuhr der 50-Jährige zu seiner Wohnung, in der sich auch die Ehefrau aufhielt. .

In die Wohnung kamen dann zwei weitere Täter hinzu. Sie bedrohten das Ehepaar mit Waffen und forderten es auf, innerhalb einer Stunde einen größeren Geldbetrag zu besorgen. Die Summe nannte die Polizei nicht. Die Täter hätten behauptet, sie wollten Geldforderungen an den Geschäftsmann eintreiben. Hinweise darauf, dass die Tat nur vorgetäuscht war, hatte die Polizei nach eigenen Angaben nicht.

Die Wohnung des Ehepaares und der gesamte umliegende Straßenblock wurden weiträumig abgesperrt. Polizeikräfte aus dem ganzen Land waren mit Schutzwesten und Maschinenpistolen im Einsatz. Vor der Absperrung warteten auch medizinische Rettungskräfte. (APA)

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