Erstmals keine Rechtsextremen-Kundgebung in Passau

17. Juni 2002, 17:47
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Proteste zeigten Wirkung - DVU sagt Treffen ab

Passau - Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es in diesem Jahr in der bayerischen Stadt Passau keine Kundgebung der rechtsextremen Deutschen Volksunion. Nach Angaben der Stadt vom Montag verzichtete die DVU auf eine Versammlung. Die jährliche Kundgebung in der Passauer Nibelungenhalle gehörte seit den 80er Jahren zu den wichtigsten Veranstaltungen der DVU. Passau war ein jährlicher Treffpunkt für Rechtsextremisten aus ganz Deutschland sowie vor allem aus Österreich und Italien. Allerdings gab es zuletzt einen deutlichen Rückgang der Teilnehmerzahlen. Während früher häufig 3000 DVU-Anhänger nach Passau kamen, registrierte die Polizei 2001 nur noch etwa 1200.

Als Grund für die jetzige Absage der Rechts-Partei nannte Passaus Oberbürgermeister Albert Zankl das Engagement der Passauer in den vergangenen Jahren gegen die DVU-Versammlungen. Im vergangenen Jahr hatte der Hallen-Pächter zudem die Bewirtung verweigert. Zankl äußerte die Hoffnung, dass "uns auch künftig diese unerwünschten Gäste erspart bleiben". In der Vergangenheit war die Stadt Dutzend Male vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, der DVU die Nutzung der Halle zu verweigern.

Aus Anlass der DVU-Veranstaltungen gab es immer wieder auch Protestversammlungen von Gegnern der rechtsextremen Partei. Die Polizei war jedes Jahr mit hunderten Beamten im Einsatz.(APA/dpa)

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    Archivbild: Teilnehmer an der DVU-Versammlung 1998

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