Bank Austria zeigt Interesse an rumänischer Kommerzbank

17. Juni 2002, 17:12
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Privatisierung soll noch 2002 über die Bühne gehen

München/Wien - Die Wiener Bank Austria AG (BA), die für Mittel- und Osteuropa zuständige Tochter der bayerischen HypoVereinsbank (HVB), München, hat Interesse an der Privatisierung der rumänischen Kommerzbank Banca Comerciala Romana (BCR). Am Samstag habe die Bank Austria eine entsprechende Absichtserklärung ("letter of intent") an die rumänische Regierung abgeschickt, bestätigte BA-Sprecher Peter Thier der APA am Montag. Unter den weiteren Interessenten an der BCR soll sich unter anderem auch die niederländische ING befinden.

Ob die Bank Austria ein verbindliches Anbot abgeben werde, sei von weiteren Angaben abhängig, erklärte der Sprecher. Die Privatisierung der BCR soll nach Wunsch der Regierung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Der genaue Zeitplan ist noch nicht bekannt, sondern soll aus einem noch nicht versandten Informationsmemorandum der Regierung hervorgehen.

Interesse bekundet

Mündlich hatte die Bank Austria bereits vor Wochen ihr Interesse an der größten rumänischen Bank angekündigt, von der die Regierung noch in diesem Jahr 51 Prozent veräußern will. Insgesamt befinden sich knapp 70 Prozent der BCR in staatlicher Hand. Neben der Mehrheitsbeteiligung, die nach Wunsch der Regierung an einen strategischen Auslandsinvestor gehen soll, soll die Belegschaft acht Prozent der BCR-Anteile erhalten. Minderheitsbeteiligungen sollen an die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Weltbank verkauft werden.

Mit einer Bilanzsumme von 3,9 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 30 Prozent ist die BCR das größte Finanzinstitut Rumäniens. Die Universalbank beschäftigt 11.000 Mitarbeiter in 275 Filialen. Die HVB-Gruppe ist bereits seit 1997 mit der Bank Austria-Tochter HVB Romania in Rumänien vertreten. Bisher liegt der Schwerpunkt auf Firmenkunden und vermögenden Privatkunden.

Im Geschäftsjahr 2001 stieg der Gewinn vor Steuern dieser Bank Austria-Tochter um 62 Prozent auf 4,6 Mill. Euro, die Bilanzsumme wuchs um 56 Prozent auf 290 Mill. Euro. Damit zähle die Bank zu den profitabelsten Instituten Rumäniens, sagte HVB-Vorstandsvorsitzender Dan Pascariu. Im Juni wurde eine vierte Filiale eröffnet. Mit mehr als 150 Mitarbeitern und mehr als 8.000 Kunden nimmt die HVB Romania unter den Auslandsbanken in Rumänien aktuell Rang 5 ein, der Marktanteil liegt bei drei Prozent. (APA)

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