E-Mails schaden dem Briefverkehr

17. Juni 2002, 19:05
10 Postings

Auch persönliche Kontakte leiden

Unter der zunehmenden Kommunikation mittels E-Mail scheint besonders der konventionelle Brief leiden. Knapp 84 Prozent der heimischen Surfer schreiben durch die Verwendung von E-Mail weniger häufig Briefe, so eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes marketagent.com. Auch zu Fax (57,3 Prozent) und Telefon (43,2 Prozent) wird demnach seltener gegriffen. Die vermehrte Nuztung von E-Mails wirkt sich weiters auf den persönlichen Kontakt aus. Rund 15 Prozent der Internetnutzer geben an, dass sich dadurch die Anzahl an persönlichen Treffen reduziert hat.

3 Millionen

Laut den Marktforschern setzen knapp 3 Millionen Österreicher inzwischen auf die elektronische Post. Täglich werden rund 25 Millionen E-Mails über das Internet versendet. Die Kommunikation mittels E-Mail ist nicht nur mit Abstand der wichtigste Verwendungszweck des Internet, sondern übersteigt bereits das Volumen der heimischen Briefsendungen um ein Vielfaches. Doch die Flut an virtuellen Nachrichten hat auch eine Kehrseite: Immer mehr E-Mails werden als unwichtig erachtet oder sogar ungelesen gelöscht, heißt es.

Lediglich rund 15 Prozent der Umfrage-Teilnehmer verwenden ausschließlich eine E-Mail-Adresse für ihre Kommunikation mittels Internet. Eine Mehrheit von 58 Prozent sind über zwei bis drei E-Mail-Adressen zu erreichen. Etwa ein Viertel der Web-Community benutzen vier und mehr E-Mail-Adressen für ihre elektronische Post. Zwei Drittel der Befragten versenden durchschnittlich bis zu 5 E-Mail-Nachrichten pro Tag. In die Gruppe der Heavy-User, die mehr als 30 E-Mails innerhalb von 24 Stunden versenden, fallen noch knapp 4 Prozent der heimischen Internetnutzer.

Mehr

Für rund die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer hat sich die Anzahl an eingehenden E-Mails pro Tag in den letzten beiden Jahren deutlich gesteigert. Durch die erhöhte Anzahl an eingehenden E-Mails, werden immer häufiger E-Mails ungelesen gelöscht. Der Absender ist mit Abstand das wichtigste Entscheidungskriterium, ob ein E-Mail gelesen wird oder nicht. Rund die Hälfte der erhaltenen E-Mails wird von der Internet-Nutzerschaft im Durchschnitt als wichtig erachtet.

Die Schnelligkeit (98,5 Prozent), geringe Kosten (90,3 Prozent) und die einfache Antwortmöglichkeit (86,5 Prozent) werden als wichtigste Vorteile für die Kommunikation mittels E-Mail empfunden. Ein nicht aussagekräftiger Betreff (42,3 Prozent) wird als größter Störfaktor bei der E-Mail-Kommunikation empfunden. (APA)

Share if you care.