EU finanziert Forschung über Kernenergie

17. Juni 2002, 16:28
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750 Millionen Euro soll in die Zukunftstechnologie investiert werden -EU-Kommission begründet das Programm mit der Suche nach der sauberen Energie

Brüssel - Mit insgesamt 1,230 Mrd. Euro wird die EU die Kernenergie-Forschung in den Mitgliedstaaten mit Kernkraftwerken über die kommenden vier Jahre (2002-2006) mit finanzieren. Der Löwenanteil der Mittel aus dem EU-Haushalt, nämlich 750 Mill. Euro, soll in die Zukunftstechnologie der Kernfusion investiert werden, wie die EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. Damit soll der Grundstein für den Bau des ITER (internationaler thermonuklearer Versuchsreaktor) gelegt werden, an dem sich neben EU-Ländern auch Russland, Japan und Kanada beteiligen wollen. Die USA sind vorerst aus dem Konsortium ausgeschieden.

Verwaltung und Lagerung von radioadioaktivem Abfall

Bei den Forschungsprogrammen zur Kernspaltung, auf der die Erzeugung von Atomenergie derzeit in Europa beruht, will die EU den Schwerpunkt auf Verwaltung und Lagerung von radioadioaktivem Abfall legen. Dabei stehen Sicherheitsfragen im Vordergrund, wie bei der EU-Kommission erläutert wird. Untersucht werden soll eine Verringerung der radioaktiven Abfälle durch die Entwicklung neuer Reaktortypen, die den derzeitigen Bestand in 25 bis 30 Jahren ersetzen sollen.

Thermonukleare Fusion ist noch nicht über das Experimentierstadium hinausgekommen

Die thermonukleare Fusion ist noch nicht über das Experimentierstadium hinausgekommen. Langfristiges Ziel ist die Gewinnung "sauberer und umweltfreundlicher Atomenergie" durch das Vermeiden von nuklearem Abfall.

EU-Kommission begründet das Programm mit der Suche nach der sauberen Energie

Die EU-Kommission begründet das Forschungsrahmenprogramm mit der Notwendigkeit der Suche nach einer sauberen und sichereren dauerhaften Energiequelle. Damit leiste die EU einen wichtigen Beitrag, um die Kyoto-Ziele zur Eindämmung von Treibhausgasen zu erreichen. Das Programm, das aus dem Euratom-Haushalt finanziert wird, soll den Atomstaaten in der EU die Zusammenarbeit erleichtern, ohne sich jedoch in ihre Strategien zu Fortsetzung oder dem Ausstieg aus der umstrittenen Energiequelle einzumischen. (APA)

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