Bauernführer Bove geht nach Wahlen ins Gefängnis

17. Juni 2002, 15:57
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Globalisierungs-Gegner hatte McDonald's-Baustelle verwüstet

Millau - Für den französischen Bauernführer Jose Bove' beginnt nach den französischen Wahlen eine längere Zeit hinter Gittern. Er sei für Mittwoch in die Haftanstalt Villeneuve-les-Maguelonne bei Montpellier einbestellt worden, sagte Bove' am Montag der Nachrichtenagentur AFP. "Ich werde nicht allein hingehen, sondern wir bilden einen Geleitzug." Im Februar war Bove rechtskräftig zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er 1999 im südfranzösischen Millau eine Baustelle des US-Fastfood-Konzerns McDonald's verwüstet hatte. Damit wollte er gegen das global tätige Unternehmen und dessen Produkte protestieren.

Möglicherweise wird Bove nicht so schnell wieder auf freien Fuß kommen: Im Dezember wurde er zu weiteren sechs Monaten Haft verurteilt, weil er genetisch veränderte Reispflanzen zerstört hatte. Gegen das Urteil läuft ein Revisionsverfahren. Darüber hinaus könnte eine bereits 1998 verhängte Bewährungsstrafe von acht Monaten in eine Haftstrafe umgewandelt werden. Die Justizbehörden hatten den Vollzug der dreimonatigen Gefängnisstrafe im Hinblick auf die Wahlen zur Präsidentschaft und zur Nationalversammlung in Frankreich ausgesetzt, zugleich aber angekündigt, Bove müsse die Strafe nach dem entscheidenden Durchgang der Parlamentswahl am Sonntag absitzen.(APA)

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    Jose Bove bei einer Protestaktion in Millau im Februar, nachdem vom Gericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden war.

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