Kritik am Großbauprojekt "Monte Laa" in Wien-Favoriten

17. Juni 2002, 15:47
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Beim großen Wohnbauvorhaben ist nicht nur der Lärm vorhersehbar sondern auch die schlechte Anbindung an Öffis

Wien - Das Projekt "Monte Laa" in Wien-Favoriten gehört zu den größten Bauvorhaben Wiens.

Vorhersehbare Lärmbelastung durch die extrem stark befahrene - Tangente

Auf einer Überplattung der Südosttangente entsteht ein Komplex mit rund 100.000 Quadratmeter Büro- und Geschäftsflächen sowie 1.000 Wohnungen. Wenig Freude mit den Plänen haben die Wiener Grünen: Sie kritisierten am Montag die ihrer Ansicht nach ungenügende Anbindung an den öffentlichen Verkehr und warnten vor einer Lärmbelästigung durch die - extrem stark befahrene - Tangente.

Bis zu 60 Dezibel gemessen

Klubchef Christoph Chorherr hat sich am Montag persönlich auf den Weg zum Bauplatz gemacht. Der neue Stadtteil müsste eigentlich "Monte Lärm" heißen. Vor allem an der Nord- und Ostfront sei die Belastung sehr hoch. Laut Chorherr sind bis zu 60 Dezibel gemessen worden. Das sei eindeutig zu viel: "Die Ö-Norm für städtisches Wohngebiet liegt bei 45 Dezibel."

Öffis sind weiter entfernt als die Autobahn

Viel weiter entfernt als die Autobahn sind, so kritisieren die Grünen, die hochrangigen Öffis. Die nächste U-Bahn-Station befindet sich demnach in einem Kilometer Entfernung, was einem Fußweg von 15 bis 20 Minuten entspreche. Als direkte Anbindung stehe lediglich ein "verhungerter Bus" zur Verfügung. Angesichts von 2.500 geplanten Auto-Stellplätzen in "Monte Laa" sei das Verkehrschaos jedenfalls vorprogrammiert, zeigte sich Chorherr überzeugt.

Der Klubchef der Wiener Grünen forderte die zuständigen SP-Stadtpolitiker Rudolf Schicker (Verkehr) und Werner Faymann (Wohnen) auf, nicht neue, abgelegene Standorte auszubauen, sondern Projekte im erschlossenen Stadtgebiet umzusetzen. Grundstücke stünden dafür ausreichend zur Verfügung, versicherte Chorherr. (APA)

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