Dramatische Rettung der "Magdalena Oldendorff" geht weiter

17. Juni 2002, 15:39
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107 Menschen sind im Antarktis Winter von einem rund 50 Meilen breiten Eisgürtel am Forschungsschiff gefangen

Kapstadt - Die Rettung der im antarktischen Treibeis eingeschlossenen 107 Menschen auf dem deutschen Schiff "Magdalena Oldendorff" ist zu einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit geworden. Nachdem am späten Sonntagabend das südafrikanische Versorgungsschiff "Agulhas" mit zwei Helikoptern an Bord in die Antarktis aufgebrochen ist, soll ein Eisbrecher aus Argentinien folgen.

Schiff sitzt seit 11.Juni fest

"Er wird voraussichtlich erst am Mittwoch oder Donnerstag von Buenos Aires aus in See stechen und dann zwei bis drei Tage nach der ,Agulhas' am vereinbarten Treffpunkt eintreffen", erklärte Gerald Hagemann vom "Antarctica Logistics Centre" in Kapstadt. Das Zentrum organisiert die Rettung des seit dem 11. Juni festsitzenden Schiffes.

Temperaturen von minus zwölf Grad

Der Funkkontakt war bis Montagmittag unterbrochen. "Zuletzt meldete das Schiff am Sonntag Temperaturen von minus zwölf Grad", berichtete Hagemann. Die "Agulhas" trat am Sonntagabend von ihrem Heimathafen Kapstadt aus ihre 1.840 Seemeilen (3.400 Kilometer) lange Reise an.

Es muss eine Rinne ins Eis gebrochen werden

Das südafrikanische Forschungsschiff ist zwar eistauglich, aber kein Eisbrecher und daher auf die Hilfe der 121 Meter langen argentinischen "Almirante Irizar" angewiesen. Es muss eine Rinne im Eis brechen, um den Südafrikanern den Weg zur "Magdalena Oldendorff" zu bahnen. Die Oryx-Helikopter der südafrikanischen Luftwaffe haben trotz Langstreckentanks nur eine Reichweite von rund 650 Kilometern.

Lebensmittel wurden rationiert

An Bord der unter liberianischer Flagge fahrenden "Magdalena Oldendorff" befinden sich unter anderem 79 russische Wissenschaftler und auch 2 Deutsche - der Koch und der Eislotse. Zur Zeit ist in der Antarktis Winter. Die Lebensmittelvorräte an Bord wurden rationiert, damit das Essen bis Anfang Juli reicht. Treibstoff ist noch für zwei Monate an Bord. Das Schiff ist nicht festgefroren, aber von einem rund 50 Meilen breiten Eisgürtel gefangen.

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