NTTDoCoMo zeigt sich UMTS-skeptisch

17. Juni 2002, 14:03
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CEO Tachikawa: "Wirtschaftlicher Gipfel" erst 2010

Der größte japanische Mobilfunkkonzern NTTDoCoMo hat nun erstmals selbst Zweifel über den raschen Erfolg der nächsten Mobilfunkgeneration UMTS geäußert. "Wir glauben, dass UMTS erst 2010 seinen wirtschaftlichen Gipfel erleben wird", so NTT-DoCoMo-Chef Keiji Tachikawa in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland". Bereits im Januar hatten die Japaner bekannt gegeben, ihre hochgeschraubten UMTS-Pläne vorerst nicht zu erreichen. Laut Yoshinori Uda, DoCoMo-Executive Vice President, sei das Vorhaben, bis zum Ende des Geschäftsjahres 150.000 Kunden akquiriert zu haben, gescheitert. Er hielt jedoch weiterhin an dem Ziel fest, dass bis März 2003 1,5 Millionen Japaner den UMTS-Service nutzen werden.

Testfeld

Japan gilt der Zeitung zufolge als Testfall für die wirtschaftliche Zukunft der dritten Mobilfunkgeneration, die in Europa von einigen Telefongesellschaften im September eingeführt wird, berichtet ddp. Das japanische Unternehmen hatte UMTS unter der Marke FOMA (Freedom of Mobile Multimedia Access) im Oktober gestartet und kämpft wie bereits erwähnt mit schleppender Nachfrage. Die meisten i-Mode-Kunden in Japan seien bisher nicht bereit, die stabile Technik gegen die noch eher anfälligen UMTS-Handys auszutauschen, hieß es. Tachikawa gestand ein, Fehler begangen zu haben: "Die Telefone haben eine zu schwache Batterie, die Standzeiten waren zu kurz. Wir erreichen mit unserem Netz noch nicht die Mehrheit der Bevölkerung in Japan." Daran arbeite der Konzern. (pte)

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