Darbo legt kräftig zu

17. Juni 2002, 19:43
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Auslistungen bei Rewe Austria kosten Marmeladenhersteller bis zwei Prozent Umsatz

Wien - Der Tiroler Marmeladenhersteller Darbo legte im ersten Quartal 2002 kräftig zu. Der Umsatz stieg in erster Linie im Export um 6,7 Prozent auf 15,4 Mill. Euro und das Betriebsergebnis um 20,6 Prozent auf 456.000 Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) des - noch - börsenotierten Konzerns hat sich sogar auf 511.000 Euro mehr als verdreifacht, was auf die hohen Wertberichtigungen im 1. Quartal des Vorjahres zurückzuführen sei, sagte Klaus Darbo am Montag vor Journalisten in Wien. Im Inland ist Darbo von der Sortimentsbereinigung bei Rewe Austria betroffen, der Handelsriese listet bestimmte Packungsgrößen und Sorten von Markenprodukten aus. Das Ausmaß beziffert er mit 1 bis 2 Prozent vom Umsatz.

Darbo geht davon aus, dass die Aktionäre das am Freitag bekannt gewordene Angebot der Schweizer Hero AG für die 9,23 Prozent Streubesitz annehmen werden. Das Delisting von der Wiener Börse schmerzt den Unternehmer nicht sehr. "Das spart Gebühren", sagte Darbo. Zudem sei grundsätzlich die Frage, ob eine Börsenotierung mit so geringem Streubesitz "sinnvoll" sei. An den Mehrheitsverhältnissen werde sich nichts ändern, bekräftige Darbo. Die Mehrheit sei in einer Stiftung eingemauert. "Darbo gibt es nicht zu kaufen", so der Unternehmer.

Zusätzliche Aufträge durch Schweizer Hero AG erhofft

Von der noch engeren Verflechtung mit der Schweizer Hero AG (in die die Schwartau International GmbH eingebracht wurde), einer Tochter der Arnd Oetker Holding (Bad Schwartau/Deutschland) erhofft sich Darbo zusätzliche Aufträge. Derzeit setzt Darbo mit dem Verkauf von "Korny"-Müsli-Riegel in Österreich 2,5 Mill. Euro um, zudem werden im gleichen Volumen Marmeladen produziert.

Seit Jahresbeginn entwickelten sich vor allem die Exporte des Marmeladen- und Fruchtsaftspezialisten gut, so Darbo. Sie stiegen um ein Viertel auf 4,93 Mill. Euro, womit die Exportquote den historischen Höchststand von 32 (2001: 27) Prozent erreicht habe, so Darbo. In der größten Produktgruppe Marmelade und Kompott gab es in den ersten 3 Monaten insgesamt einen leichten Umsatzrückgang von 0,8 Prozent auf 7,85 Mill. Euro, dafür stieg der Bereich Fruchtzubereitung um 40,5 Prozent auf 2,16 Mill. Euro. Rückläufig war der - relativ kleine - Bereich Fruchtdesserts, um 4,4 Prozent auf 712.000 Euro.

Prognosen werden gehaltenB

Im Gesamtjahr 2002 werde die Prognose - 10 Prozent Umsatzwachstum sowie ein EGT von 3 (2001: 2,4) Mill. Euro - aus jetziger Sicht halten. Die Dividende für 2001 soll mit 0,88 Euro pro Aktie auf dem Niveau des Jahres 2000 gehalten werden, wurde heute bekannt gegeben.

Auf die hohe Konzentration im heimischen Lebensmittelhandel könne man nur mit einer starken Marke reagieren, sagte Darbo. Die ersten drei Monate dieses Jahres hätten im Lebensmittelhandel nur ein nominelles kleines Plus gebracht, der April sogar ein Minus. An der Unternehmenspolitik werde sich dennoch nichts ändern, "wir werden nicht in die Billigproduktion einsteigen", sagte Darbo.

Im Geschäftsjahr 2001 hatte die Adolf Darbo AG konsolidiert 58,1 Mill. Euro (plus 3,9 Prozent) umgesetzt und per Ende Dezember 232 Mitarbeiter beschäftigt. Ende März 2002 waren es 227. Mit einer Eigenkapitalquote vom mehr als 77 Prozent sei Darbo eines der "am besten ausgestatteten Unternehmen" in der österreichischen Lebensmittelindustrie, betonte der Tiroler Unternehmer.(APA)

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